Vorschau Frühlingsrunde 1. Damen Rot-Weiss Köln

19.03.21

Wenn an diesem Sonntag die 1. Damen von Rot- Weiss Köln zu ihrem 22. Saisonspiel antreten, dann ist es genau 147 Tage her, dass das Team von Trainer Markus Lonnes in einer wahren Regenschlacht Tabellenführer UHC Hamburg auswärts mit 4:1 besiegt hatte. Noch einmal 14 Tage mehr wird das letzte Heimspiel her sein. Dieser Umstand ist an sich nicht ungewöhnlich, doch fiel dieses Jahr pandemiebedingt die Hallensaison bekanntlich komplett aus und die Aufeinandertreffen im Oktober 2020 sollten für 5 Monate die letzten Wettkampfspiele in der Hockey-Bundesliga sein.

Vorschau Frühlingsrunde 1. Hockeydamen Rot- Weiss Köln

,,Ich bin kein Hellseher, aber diese Mannschaft hat definitiv das Potential deutscher Meister zu werden.“ (Cheftrainer 1.Hockeydamen Rot- Weiss Köln, Markus Lonnes) Die Zeit des Wartens hat nun aber ein Ende, denn am Sonntag um 14 Uhr geht es am Olympiaweg 9 in Köln- Müngersdorf endlich wieder um Bundesligapunkte. Wie so vieles war auch die Vorbereitung der Kölnerinnen in diesem Jahr etwas anders als sonst. Laut Markus Lonnes wurde zwar den kompletten Winter hindurch trainiert, allerdings beschränkte sich das Training, Corona-bedingt, lange Zeit auf Athletik und der Arbeit in Kleingruppen.

Kontakttraining dagegen ist erst seit 4 Wochen wieder möglich, allerdings waren in dieser Zeit die 4 Nationalspielerinnen Nike Lorenz, Pia Maertens, Cécile Pieper und Julia Sonntag größtenteils mit der Nationalmannschaft unterwegs und konnten nur 1 Vorbereitungsspiel mit dem Verein bestreiten. Die Reisebeschränkungen sorgten dazu für das Problem, dass Rot- Weiss nicht, wie sonst üblich, Trainingsturniere in der Hockeyhochburg Hamburg bestreiten konnte, sondern sich bei Vergleichen auf höchstem Bundesliganiveau auf den Düsseldorfer HC und Uhlenhorst Mülheim als Testgegnerinnen beschränken mussten. Hier liegt sicher ein Vorteil bei den Hamburger Teams, sind doch alleine 4 der 12 aktuellen Bundesligisten in der Elbmetropole beheimatet.

Ansonsten standen alle Teams der 1. Damenhockey-Bundesliga vor denselben Widrigkeiten in einer ungewohnten Pandemiesituation, einen großen Vor- oder Nachteil sollte gerade kein Verein haben. Einen positiven Aspekt, da sind sich Cécile Pieper und Julia Sonntag einig, brachte die etwas andere Vorbereitung allerdings mit sich: Die beiden Nationalspielerinnen sehen ihr Team in einer sehr guten athletischen Verfassung, was die Vorfreude auf den Neustart bei beiden noch erhöht.

Zur Vorfreude beitragen dürfte ebenso der Blick auf die Tabelle, denn 6 Spiele vor Ende der regulären Saison liegen die KTHC-Damen, mit nur 2 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer UHC Hamburg, auf Tabellenplatz 3 der Gesamtliga. Die Hamburgerinnen haben allerdings nur noch 5 Spiele zu spielen, auf den Tabellenzweiten Mannheimer HC treffen die Kölnerinnen dagegen noch 2-mal. “Natürlich sind 6 Siege auf 6 Spielen möglich und auch das Ziel“, sagte mir Markus Lonnes im Interview. Neben den 3 genannten Spielen trifft Rot-Weiss noch zu Hause auf Großflottbek und gastiert beim Münchner SC, sowie beim Harvestehuder THC. Gerade gegen Harvestehude gilt es etwas gut zu machen, verloren die Domstädterinnen doch das Heimspiel im letzten September überraschend mit 0:3. Diese Niederlage war allerdings auch die einzige Pleite in einem sonst äußerst erfolgreichen Spätsommer/Frühherbst 2020.

Nur gegen Dauerrivale Düsseldorf verlor man bei einem hochklassigen 2:2-Remis weitere Punkte, während man alle anderen Spiele gewann. Herausstechen hierbei der 4:1-Sieg bei UHC Hamburg und der 3:2-Sieg bei den amtierenden deutschen Meisterinnen vom Club an der Alster. Während die Abwehr sehr solide auftrat, konnte die Offensive um Goalgetterin Pia Maertens glänzen. Mit bereits 14 Saisontoren steht die Nationalspielerin aktuell auf Platz 2 der Torjägerinnenlisten. Da der Kader nahezu unverändert in die finale Runde einer außergewöhnlichen 2-Jahres-Meisterschaft (am Ende 3 Runden in der regulären Saison) geht, spricht wenig gegen die vom Cheftrainer geäußerten positiven Aussagen. Lediglich Katharina Hüls fällt mit einem Kreuzbandriss weiterhin aus, dafür verstärken 3 Nachwuchsspielerinnen den Kader der Kölnerinnen.

Die Vorfreude ist bei den Rot-Weiss Damen auf jeden Fall groß, ist die Liga doch für Torhüterin Julia Sonntag ,,Wohlfühlhockey“. ,,Auch wenn jedes Spiel schwer wird, wir können was reißen. Diese Mannschaft hat großes Potential“, meint auch Cécile Pieper in Vorfreude auf den Neustart. Gleichzeitig mahnt die 124-fache Nationalspielerin aber auch, dass jedes Spiel schwer wird, wie die Niederlage gegen Harvestehude vergangenen Herbst deutlich gezeigt habe. Etwaige Prognosen, wie sich die Saison entwickeln wird sind aufgrund der Situation in diesem Jahr noch schwerer als sonst, und so richtet Lonnes in den verbleibenden 6 Spielen vor allem den Fokus auf die spielerische Entwicklung seines Teams. Für ihn müssen seine 1. Damen dann voll da sein, wenn am 24.4. das Hinspiel der Viertelfinal-Playoffs ansteht.

Erreicht man Platz 1 oder 2 in der eigenen Staffel, wäre dies ein Auswärtsspiel bei Mülheim oder dem Berliner HC. Die Woche darauf sieht der Spielplan dann aktuell ein 2. Viertelfinalspiel vor, bei dem bei Punkt- und Torgleichheit ultimativ ein Shoot- Out für die Entscheidung sorgt. Ähnlich wie im Fußball bekannt, wäre das Heimrecht im 2. Spiel also nicht unwichtig, um erstmals seit 2017 wieder das Final 4 zu erreichen, das am 2. Mai-Wochenende in Mannheim ausgetragen wird.

Optimismus, dass dort, erstmals seit 2014, wieder die KTHC Damen die Schale in die Luft halten, ist durchaus vorhanden, denn sowohl Cheftrainer Markus Lonnes, als auch Cécile Pieper und Julia Sonntag beantworteten meine Frage, wer deutscher Meister wird und wo Rot- Weiss landet, fast ohne zu zögern, mit: ,,Rot-Weiss Köln!“

Vorschau: Rot- Weiss Köln (3.)- Club an der Alster (5.), Sonntag, 21.3. , 14 Uhr

Der Weg zum Final 4 beginnt an diesem Sonntag mit dem Heimspiel gegen die amtierenden Meisterinnen vom Club an der Alster. Zuschauer sind vor Ort leider auch diesmal nicht zugelassen. Das ist bei diesem Topspiel besonders schade, denn das Team von Cheftrainer Jens George, um die Nationalspielerinnen Lisa Altenburg, Hannah Gablac, Kira Horn, Viktoria Huse und Anne Schröder, gehört definitiv zu den größten Anwärtern auf die Meisterschaft. In der bisherigen Saison hatten die Hamburgerinnen aber so ihre Probleme, und aktuell zwar 1 Spiel weniger als Rot- Weiss, aber auch schon satte 9 Punkte Rückstand auf den nicht unwichtigen Platz 2 in der Staffel A.

Für Markus Lonnes ist es zwar kein Schlüsselspiel, aber bei mindestens 1 Punkt sollten die Domstädterinnen doch relativ sicher den Platz vor den Titelverteidigerinnen sicher haben.
Zu sehen sein, und damit beginnt die neue Runde auch gleich mit einer großen Neuigkeit, wird die Partie diesmal in einem Rot-Weiss Livestream unter dieser URL.
Bitte reinschalten und den Damen die Daumen drücken!

In den bisherigen beiden Vergleichen der Teams in dieser Saison verlor Rot-Weiss im September 2019 zu Hause mit 1:3, während sie das spektakuläre Auswärtsspiel fast genau 1 Jahr später mit 3:2 für sich entscheiden konnten. Julia Sonntag wurde hier zu einer von 2 Matchwinnerinnen, hielt sie doch 90 Sekunden vor Schluss einen 7m, nachdem kurz zuvor Pia Maertens zur Wende 2mal die Alster Torfrau Amy Gibson überwinden konnte.

Text & Foto: Presseinformation Rot-Weiss Köln