Vorschau auf das Damen-Halbfinale Köln gegen Mannheim

07.05.21

"Ich bin kein Hellseher, aber diese Mannschaft hat definitiv das Potential deutscher Meister zu werden.“ Das sagte Cheftrainer Markus Lonnes vor dem ersten Spiel seiner Damen im März dieses Jahres. Sein Plan war es, sein Team unter den komplizierten Coronabedingungen, in einer ungewöhnlichen Saison, bis zum Playoff Viertelfinale in Topform zu bringen. Jetzt, unmittelbar vor dem Finalturnier der Damen Hockey Bundesliga, kann man sagen, dass dieser Plan aufgegangen ist.

Mit zwei Siegen beim UHC Hamburg haben die KTHC Damen, zum ersten Mal seit 2017, das Final Four in Mannheim erreicht. Vier Jahre also nach der knappen Penalty- Shootout Niederlage im Halbfinale an selber Stelle gegen eben jenen UHC, haben die Rot-Weiss Spielerinnen wieder die Chance auf den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte.

Rot-Weiss Köln Final Four 2021 Kader
Mit Liv Arndt, Julia Busch, Rebecca Grote, Lara May, Katharina Reuten, Julia Sonntag und Lea Stöckel sind noch sieben Spielerinnen dabei, die auch in der damaligen Saison bereits mindestens zum Kader gehörten, in der Mehrzahl aber bereits Stammspielerinnen waren. Busch (31 Jahre), Grote (28), Sonntag (30) und Stöckel (27) waren dazu schon Teil des letzten KTHC Meisterteams von 2014. Erfahrung ist also, auch durch die vor der Marathonsaison neu zu Rot-Weiss gewechselten Nationalspielerinnen Nike Lorenz, Pia Maertens und Cécile Pieper, durchaus vorhanden, wenngleich das Team von Trainer Lonnes mit 22,5 Jahren im Schnitt relativ jung ist.

,,Die jungen Spielerinnen haben bereits einen Schritt nach vorne gemacht mit dem Erreichen dieses Final Fours, dazu haben sie Erfahrungen gesammelt bei vielen Jugendturnieren“, sagt Lonnes zu den jüngeren Spielerinnen seines Kaders. Hierzu gehören unter anderem Paula Brux (20 Jahre), Inma Sophia Hofmeister (20), Antonia Lonnes (18), Lea Thomas (20) und Maja Weber (18). ,,Es ist schon komisch, einige Mitspielerinnen haben schon gesagt ich wäre total erfahren, dabei ist das meine erste Bundesligasaison und ein Final Four habe auch ich noch nicht gespielt“, sagt die mit 22 Jahren genau im Altersschnitt liegende Pia Maertens zu ihrer Rolle im Team. Das Trainerteam kann in Mannheim dabei fast auf den gesamten Kader bauen, denn lediglich die langzeitverletzten Spielerinnen stehen für das Wochenende nicht zur Verfügung.

Halbfinal-Gegnerinnen Mannheimer HC
Los geht es für die Kölnerinnen am Samstag um 13 Uhr gegen die Gastgeberinnen vom Mannheimer HC. Das Team von Trainer Nicklas Benecke ist den KTHC Damen gut bekannt, spielte man doch bereits zwei Mal in diesem Frühjahr gegen Mannheim. Einem 0:0 in Köln folgte zwei Wochen darauf ein 1:0 Sieg in Mannheim, bei dem Liv Arndt das goldene Siegtor erzielte. ,,Das war eine gute Vorbereitung, beide Spiele waren kein Spektakel, aber dennoch gute Spiele“, sagt Markus Lonnes zu den beiden Begegnungen und Kapitänin Rebecca Grote ergänzt:,, Gerade das letzte Spiel war hitzig und emotional, ich erwarte eine ähnliche Partie.“

Bei den Kurpfälzerinnen könnte Mittelfeldspielerin Charlotte Gerstenhöfer in den Kader zurückkehren. Mit dabei sein wird wieder die zuletzt ausgefallene Argentinierin Florencia Habif, während die deutsche Nationalspielerin, und ehemalige KTHC Stürmerin, Naomi Heyn mit einem Handbruch definitiv ausfallen wird. Besonders zu beachten sein werden bei den Gastgeberinnen, neben Florencia Habif, die weiteren Argentinierinnen Agustina Habif (Abwehr), Lucina von der Heyde (Abwehr) und Martina Cavallero (Sturm), sowie DHB Auswahlverteidigerin Sonja Zimmermann, die darüber hinaus eine gefährliche Strafeckenschützin ist.

Der MHC ist zwar das einzige Topteam, gegen das die Domstädterinnen in der aktuellen auswärts verloren haben, doch diese Niederlage datiert vom September 2019, dem ersten Spielwochenende der Saison. ,,Das ist fast zwei Jahre her, das kann man nicht so ganz werten“, meint dazu auch der Mannheimer Trainer Benecke.

Ausblick
,,Das wird ein Kopf an Kopf Rennen, Penalty schießen muss nicht sein, aber wir haben den Schwung mitgenommen und sind absolut heiß auf den Titel. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht dran glaube“, gibt sich Eckenspezialistin Rebecca Grote optimistisch für das Final Four und Markus Lonnes ergänzt:,, Es ist unser Ziel jedes Spiel zu gewinnen, natürlich auch in Mannheim.“

Positiv für die Kölnerinnen ist die bereits erwähnte Auswärtsstärke gegen Topteams, die man alle mindestens einmal, auf generischem Platz besiegen konnte. Eine Statistik, die sich zwar so recht niemand im Team erklären kann, die Cheftrainer Lonnes aber gerne annimmt und weiter fortgesetzt sehen möchte. Pia Maertens nähert sich dem Rätsel der Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsergebnissen folgendermaßen an:,, Vielleicht ist es das Teamgefühl. Wir reisen zusammen an, schlafen im selben Hotel, essen Abends und Morgens zusammen.“ ,,In jedem Fall wissen wir, dass wir keinen Auswärtsnachteil haben, haben davor keine Angst“, sagt Rebecca Grote mit Blick auf das Finalwochenende.

Gegen die möglichen Finalgegnerinnen vom Club an der Alster unterlag Köln im September 2019 und März 2021 zu Hause mit 1:3 und 2:4, konnte aber dazwischen im September 2020 mit 3:2 in Hamburg gewinnen. Gegen Düsseldorf gewannen die Domstädterinnen im Oktober 2019 auswärts mit 3:2, während man sich fast genau ein Jahr später am heimischen Olympiaweg 2:2 vom rheinischen Rivalen trennte. Vor dem finalen Showdown in Mannheim stehen für die KTHC Damen diese Woche noch drei Trainings in Köln an, bevor die Reise am Freitagmittag in die Kurpfalz geht. Dort findet dann am Freitagnachmittag das Abschlusstraining statt.

Final Four in Corona Zeiten
,,Jedes Final Four ist anders. Dieses wird sich anfühlen wie das Final Four 2021. Wir freuen uns wahnsinnig, wollen gewinnen, ob Zuschauer da sind oder nicht ist für mich sekundär“, gibt Markus Lonnes die Trainersicht auf das erstmals ohne Publikum ausgetragene Finalturnier wieder. Pia Maertens glaubt, dass das Setting nicht das Finalgefühl beeinflusst: ,,Für mich ist es das erste Final Four, aber ich glaube schon, dass es sich auch anfühlen wird, wie ein Finalturnier. Mit Fans wäre es sicher schöner, aber die ganze Vorbereitung gibt einem schon das besondere Gefühl eines solchen Wochenendes.“ Insgesamt überwiegt also die Dankbarkeit für die sportliche Chance, man kann und sollte an dieser Stelle dem DHB und besonders dem Mannheimer HC danken, dass alle Beteiligten dieses Event in dieser Zeit überhaupt so möglich machen.

Wann, wo und wie
Das Halbfinale mit Rot-Weiss Beteiligung findet am Samstag, 8.Mai, 13 Uhr in Mannheim gegen den Mannheimer HC statt und ist zu sehen auf https://www.twitch.tv/trops4 . Das Finale findet dann, hoffentlich mit den Kölnerinnen, am Sonntag dem 9.Mai ebenfalls um 13 Uhr, gegen den Gewinner des anderen Halbfinals Düsseldorfer HC gegen den Club an der Alster, statt. Alle Spiele des gesamten Wochenendes, plus Interviews und Berichte rund um den Hockeyplatz, werden auf Twitch gestreamt. Los geht es am Samstag um ca. 9 Uhr (Anstoß 1.Halbfinale Damen 10 Uhr), gesendet wird bis weit nach 21 Uhr. Die ganze Übertragung wird TV tauglich mit acht Kameras am Platz produziert, wodurch auch ein Videobeweis möglich sein wird.

Twitch.tv kann man ganz normal über alle gängigen Internetbrowser anwählen, bei vielen Smart TVs ist die App sogar bereits integriert. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man den Laptop oder Desktop PC per HDMI Kabel mit dem Fernseher verbinden. Natürlich kann man die Übertragungen auch per Smartphone oder Tablet verfolgen, hierfür empfiehlt sich das runterladen der kostenlosen App.

Darüber hinaus werden die Teams auf ihren Facebook und Instagram Accounts sicher vieles weitere hochladen. Dort sämtliche am Final Four beteiligten Teams zu abonnieren wird sich sicher lohnen und dazu beitragen, dass man auch vom heimischen Sofa möglichst viel aus Mannheim mitbekommt. Es ist also angerichtet für ein spannendes, wenn auch etwas anderes, Final Four Wochenende.

Text & Foto: Presseinformation Rot-Weiss Köln