Trotz unsicherer Zeiten herrscht viel Vorfreude vor dem Start in die Hallensaison

Die Vorfreude der Aktiven, nach fast zwei Jahren Pause endlich wieder „Budenzauber“ in der Hallenhockey-Bundesliga zu haben, ist verständlicherweise groß, zumal viele Topkräfte mitspielen wollen. Auch wenn die vierte Welle der Corona-Pandemie eine inzwischen bedrohliche Kulisse abgibt, wird am Wochenende in die Saison 2021/22 gestartet.

Alle denkbaren Vorkehrungen von Seiten des Hockeyliga e.V. als verantwortliche Institution der Bundesliga sind in Verbindung mit dem Deutschen Hockey-Bund und den beteiligten Vereinen getroffen worden, um in der gesundheitspolitisch schwierigen Gesamtlage bestehen zu können. „Wir bemühen uns im engen Austausch mit dem Dachverband darum, den Spielbetrieb bestmöglich durchzuführen“, sagt Hockeyliga-Geschäftsführer Victor vom Kolke. Mit einem strikten Hygienekonzept will man die Vereine der insgesamt 72 Mannschaften in den drei Bundesligen (BL Damen, 1. BL und 2.BL Herren) dabei unterstützen, die zusammen 360 Ligapartien plus K.o.-Spiele um den DM-Titel möglichst sicher über die Bühne zu bringen. Die 60. Deutschen Hallenmeister der Damen und Herren sollen am 30. Januar 2022 feststehen. Bei aller Vorfreude, allem Optimismus und großer Entschlossenheit, die Saison absolvieren zu wollen, betont der Geschäftsführer aber auch: „An oberster Stelle steht jedoch die Gesundheit aller am Spielbetrieb beteiligten Personen.“

 

Weshalb zum Thema Saisonabbruch mehr als sonst wahrscheinlich üblich im Hintergrund schon Szenarien vorbereitet wurden. In einer Hockeyliga-Mitteilung an die Vereine vom gestrigen Mittwoch heißt es dazu: „Sollten in einer Saison aufgrund höherer Gewalt nicht alle Spieltage bis zum Ende der Saison vollständig gespielt werden können, wird die Saisonwertung auf der Grundlage der sog. Quotienten-Regelung zum Zeitpunkt des Saisonendes vorgenommen. Voraussetzung ist, dass alle Mannschaften einer 6er-Gruppe mindestens die Hälfte aller Regelspieltage (5 von 10) absolviert haben. Notwendige Spielverlegungen bleiben unberücksichtigt (d.h. haben alle Clubs mindestens die Hälfte aller Regelspieltage absolviert, wird die Saison gewertet). Liegt diese Voraussetzung nicht vor, kann die Saison in dieser 6er-Gruppe annulliert werden.“

Ebenso wurde die Task Force „Corona-Spielbetrieb“ in Abstimmung mit dem DHB reaktiviert. Ihr gehören zwölf Personen an.

 

Der sportliche Modus ist unverändert gegenüber den vergangenen Jahren: Gespielt wird in der Hallen-Bundesliga seit der Saison 2000/01 in den vier regionalen Gruppen Nord, Ost, Süd und West mit jeweils sechs Mannschaften. Sollte man ohne Abbruch durchkommen, ergeben sich nach einer Hin- und Rückrunde mit insgesamt zehn Spieltagen Abschlusstabellen, die folgende Konsequenzen für die Teams haben: In allen drei BL-Spielklassen steigt der Gruppenletzte ab. Für die Schlusslichter der 1. BL geht es in der nächsten Saison in der zweiten Liga weiter, die Absteiger der 2.BL finden sich in der Regionalliga wieder. Die Gruppengewinner der zweiten Liga steigen ins Oberhaus auf. In der ersten Liga qualifizieren sich die Tabellenersten und -zweiten für das DM-Viertelfinale. Dort treffen in dieser Saison die Vertreter der Gruppen Nord und Süd sowie Ost und West aufeinander. Die Gewinner dieser K.o.-Spiele (immer der Gruppensieger hat Heimrecht gegen den Zweiten einer anderen Gruppe) qualifizieren sich für das Final-Four-Turnier. Wo die DM-Endrunde am 29./30. Januar 2022 stattfinden wird, will der Hockeyliga e.V. in Kürze bekanntgeben.

 

Der Zeitplan ist straff. In der BL Damen und der 1. BL Herren sollen die zehn Spieltage an fünf Doppelwochenenden bis zum 9. Januar durchgezogen werden. Nach einer kurzen Unterbrechung für die Hallenhockey-EM in Hamburg (12. bis 16. Januar) geht es dann in die nationale Saisonentscheidung mit Viertelfinale (22. 1.) und Final-Four (29./30. 1.). Die 2.BL Herren nimmt sich ein klein wenig länger Zeit: Hier sollen Auf- und Absteiger spätestens nach dem letzten Spieltag am 6. Februar (Gruppen Ost und Süd) bzw. 13. Februar (Nord, West) feststehen. Auch der Saisonstart der zweiten Liga läuft gestaffelt: Die Teams aus dem Norden und Westen beginnen jetzt, im Osten und Süden steigt man erst kommende Woche ein.

 

Die amtierenden Deutschen Meister als Gewinner der Hallen-DM 2020 sind die Damen vom Club an der Alster Hamburg und die Herren von Rot-Weiss Köln. Beide zählen auch diesmal wieder wie die Damen des Feldmeisters Düsseldorfer HC zum engeren Favoritenkreis, wobei die Titelverteidiger genauso wie andere Topteams sehr wahrscheinlich ein personell ziemlich verändertes Gesicht zeigen werden. Denn anders als in den letzten Jahren, wo wegen der langfristigen Olympiavorbereitung die volle Konzentration auf Feldhockey lag, können und wollen in dieser Hallensaison nahezu alle aktuellen A-Nationalspielerinnen und -spieler am Ligageschehen teilnehmen. Einzig die laufenden U21-Weltmeisterschaften werden bei einigen Bundesligisten die personellen Möglichkeiten in ihren Hallenkadern einschränken. Trotzdem gilt: So viele Topspielerinnen und -spieler wie lange nicht mehr wollen beim „Budenzauber“ mitwirken. Umso schöner wäre es, wenn die Hallen-Bundesliga 2021/22 auch wirklich stattfinden und durchhalten kann. 

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Wolfgang Sternberger

„Wir bemühen uns im engen Austausch mit dem Dachverband darum, den Spielbetrieb bestmöglich durchzuführen. An oberster Stelle steht jedoch die Gesundheit aller am Spielbetrieb beteiligten Personen.“
Victor vom Kolke, Hockeyliga-Geschäftsführer


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