Victor vom Kolke übernimmt die Geschäftsführung

20.05.21

Der HOCKEYLIGA e.V. hat das Amt des Geschäftsführers besetzt. Victor vom Kolke wechselt von der Handball-Bundesliga GmbH zur Hockeyliga, die am vergangenen Samstag mit einer deutlichen Mehrheit auf dem Bundestag des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) den Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesligen übertragen bekommen hat. „Ich bin davon überzeugt, dass in den Hockey-Bundesligen jede Menge Potenzial steckt“, sagt vom Kolke.

„Ich habe mich für diese herausfordernde Aufgabe entschieden, weil ich selbst aus dem Hockeysport komme und seit jeher einen nicht unwesentlichen Teil meiner Freizeit hierein investiere. Der Reiz an dem Angebot war, gesamt-unternehmerische Verantwortung zu übernehmen und mit meiner Leidenschaft für den Hockeysport sowie meinen Kenntnissen zu verbinden.“ Der 36-Jährige ist aktuell noch als Geschäftsleitungs-Mitglied für Marketing und Unternehmensentwicklung der Handball-Bundesliga GmbH angestellt und wird spätestens zum 1. Oktober 2021 seine Tätigkeit beim HOCKEYLIGA e.V. aufnehmen.

„Ich werde mich aber schon im Vorfeld proaktiv einbringen und bei der Herbeiführung von Entscheidungen mitwirken“, kündigt der gebürtige Düsseldorfer an. Von seiner langjährigen Erfahrung aus der Handball-Bundesliga verspricht er sich viel für die Weiterentwicklung der Hockeyligen. „Wir müssen das ‚Produkt Hockeyliga‘ stückweise standardisieren, was eine Definition von Mindeststandards in allen Bereichen bedeutet, ohne dabei die wertvolle und unerlässliche Unterstützung der zahlreichen Ehrenamtlichen in den Vereinen überzustrapazieren“, erläutert der studierte Sportökonom.

„Neben dem Prozess der Digitalisierung werde ich mein Augenmerk zunächst auf die mediale Darstellung sowie daran angeknüpfte Anstoßzeiten legen. Von der angestrebten zunehmenden Professionalität in allen Bereichen wird die Liga in Gänze profitieren“, ist der zweifache Familienvater überzeugt. Dass die Vereine der wichtigste Treiber der Entwicklung sind und auch ihren Teil zum Erfolg beitragen müssen, hebt er noch einmal hervor: „Die Professionalisierung unserer Sportart kann nur im Schulterschluss zwischen Vereinen und Ligaverband geschehen. Wir als Liga-Organisation sind lediglich die Lokomotive des Zuges.“

Ligapräsident Dirk Wellen erklärt, warum die Wahl des Präsidiums auf vom Kolke gefallen ist: „In den Gesprächen mit Victor gab und gibt es eine so optimale Passung, wie wir beteiligten Clubvertreter das in unseren beruflichen Funktionen selten erlebt haben: Ein kompetenter, sympathischer Hockeymann, der bei einer größeren Liga mehr als 10 Jahre genau das entwickelt hat, was bei uns jetzt zu tun ist.“

Der zukünftige Geschäftsführer hat das Hockeyspielen beim TV Ratingen gelernt, später in der Jugend von Uhlenhorst Mülheim gespielt, ehe er studienbedingt zum Bonner THV wechselte. Dort spielte er in der 2. Hallen-Bundesliga, bis ein Praktikum bei der damals noch in Dortmund ansässigen Handball-Bundesliga ihn zum DSD Düsseldorf brachte. Hier lief der Stürmer in der 2. Bundesliga auf dem Feld und der 1. Bundesliga in der Halle auf, ehe er für den Kahlenberger HTC auf Torejagd ging.

Als die Handball-Bundesliga 2016 ihre Büros nach Köln verlagerte, kehrte er als Spielertrainer zum Bonner THV zurück. „Einig waren wir uns von Beginn an, dass dies nur eine Übergangslösung sein kann. Daher haben wir uns auch mit Blick auf meine zukünftige Aufgabe bei der HOCKEYLIGA dazu entschieden, meine Spielertrainer-Tätigkeit jetzt einvernehmlich zu beenden.“

Dass der neue Geschäftsführer kurzfristig nicht sofort alle gemeinschaftlich gesteckten Ziele umsetzen kann, ist ihm bewusst. Daher möchte er auch zunächst den Status Quo in den wesentlichen Unternehmensbereichen analysieren und darauf aufbauend Entscheidungen treffen. „Wir sollten unseren Anspruch anfangs auf das Erreichbare begrenzen, dabei aber trotzdem ambitioniert, zielorientiert und nachhaltig agieren“, glaubt vom Kolke. „Den aktuell positiven Drive aller Beteiligten, gilt es nun mitzunehmen und dann schnellstmöglich in konkrete, handfeste Maßnahmen zu überführen.“

Warum es überhaupt so wenige Tage nach der Übertragung des Spielbetriebs schon möglich war, einen Geschäftsführer einzustellen, erläutert Wellen: „Wir sind sehr dankbar, dass wir einige großzügige Förderer aus der Bundesliga-Szene für das HOCKEYLIGA-Projekt und unseren Geschäftsführer begeistern konnten. Nur so ist es möglich, Victor einzustellen, ohne dafür auf die Mitgliedsbeiträge der Clubs zurückgreifen zu müssen.“

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / W&V