Rot-Weiss Köln entthront Mülheim und holt den neunten Titel

09.05.21

Rot-Weiss Köln hat seine Durststrecke beendet und ist erstmals nach 2016 wieder deutscher Feldhockey-Meister. Matchwinner beim 1:0 für die Domstädter war ausgerechnet der Ex-Mülheimer Elian Mazkour mit seinem Treffer aus der 38. Minute. Rekordmeister Mülheim verpasste hingegen den dritten Triumph in Serie.

„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir kein Tor schießen“, sagte Mülheims Coach Thilo Stralkowski. „Wir haben uns schwer getan und auf den Ausgleich gedrängt, aber schlussendlich hat uns der offensive Punch gefehlt.“ Ganz anders sah die Gefühlslage natürlich bei den Kölnern aus. „Ich könnte nicht glücklicher sein. Die Erleichterung ist riesig, wir haben zwei Jahre dafür gearbeitet“, meinte Florian Pelzner. Dem stimmte Tom Grambusch zu: „Es war ein harter Kampf, wir haben lange drauf hingearbeitet. Diesmal habe ich so viel Druck verspürt wie noch nie.“

Wie schon zuvor im Finale der Damen waren auch im Herren-Endspiel Torchancen zunächst Mangelware. Auch hier standen sich die beiden Staffelsieger aus der Vorrunde gegenüber. Während die Kölner seit dem 10. Oktober 2020 unbesiegt sind, verlor Mülheim in der Liga zuletzt am 11. April gegen Alster. Beide Teams standen gut, keiner wollte den ersten Fehler machen. Die erste ernsthafte Chance gab es dann in der 12. Minute, als Mülheim die erste Strafecke der Partie holte. Zum Torschuss kam es aber nicht, da zuvor wegen aktiver Behinderung der Kölner Abwehr rausgepfiffen wurde. Auch Köln, das am Vortag im Halbfinale gegen Berlin noch sechs Tore erzielte, mühte sich um einen Treffer. Zu Beginn des zweiten Viertels tauchten die Domstädter dann erstmals im wahrsten Sinne des Wortes gefährlich im HTCU-Kreis auf, als Maximilian Siegburg (18.) abzog, das Ziel verfehlte und sich Mülheims Verteidiger Niklas Bosserhoff gerade noch wegducken konnte.

Somit ging es torlos ins dritte Viertel und das, obwohl beide zusammen in der bisherigen Saison schon mehr als 150 Tore geschossen haben. "Der Verlauf war jetzt für mich nicht überraschend. Beide haben gestern richtig Körner gelassen und der Wetterumschwung kam auch noch dazu", sagte Kölns Trainer André Henning. In der 38. Minute war der Ball dann endlich zum ersten Mal im Tor, als der Ex-Mülheimer Elian Mazkour nach starker Vorarbeit von Florian Adrians frei zum 1:0 vollendete. Der Rekordmeister ließ den Treffer im Videobeweis überprüfen, es gab aber nichts zu beanstanden. „Das war nicht die cleverste Aktion von uns, den hätten wir am Ende noch gut gebrauchen können“, räumte Stralkowski ein.

Im Anschluss hatte Köln die Riesenchance zum 2:0, aber Eckenspezialist Mink van der Weerden (40.) scheiterte gleich doppelt an den Mülheimer Rausläufern Moritz Ludwig und Lukas Windfeder. In der letzten Viertelpause spornte Stralkowski seine Männer noch einmal an, nun einen Treffer zu erzielen. Der Rekordchampion rannte im Schlussabschnitt an, aber Köln stand weiterhin sicher und die hielt den Gegner vom eigenen Kreis fern. Erst zehn Minuten vor Schluss schaffte es Malte Hellwig vors Kölner Tor, aber Tom Grambusch trennte ihn vom Ball. Die vermeintlich größte Chance gab es dann in der 52. Minute, doch Keeper Vincent Vanasch klärte gleich gegen mehrere Uhlen.

Im Umkehrschluss hätte Thies Prinz (55.) die Vorentscheidung besorgen können, kam aber nicht zum Abschluss. So stürmte Mülheim weiter, belohnte sich aber nicht. Eine Strafecke blieb ihnen verwehrt und der Videobeweis war längst verwirkt. So lief die Uhr herunter und Köln jubelte nach vier Jahren wieder mit dem Meisterpokal.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf