Rekordmeister Mülheim bezwingt Mannheim im Shootout

08.05.21

Zum Abschluss der Halbfinals beim Final Four in Mannheim hat sich Uhlenhorst Mülheim das letzte Finalticket gesichert. Der Rekordmeister besiegte den gastgebenden MHC mit 4:3 im Penaltyschießen. Die Entscheidung besorgte Nationalspieler Timm Herzbruch als zwölfter Schütze.

„Es war eine ausgeglichene erste Halbzeit, Mannheim war anfangs überlegen, da hatten wir nicht ganz die Spielkontrolle“, sagte Mülheims Doppeltorschütze Malte Hellwig. „Am Ende war es nur noch ein Kampf, wir sind glücklich, es im Penaltyschießen gemacht zu haben.“ Nun kommt es am Sonntag (16.00 Uhr) zum West-Klassiker gegen Rot-Weiss Köln. „Wir wollen den Titel, gegen Köln sind es immer geile Spiele“, kündigte Hellwig an. MHC-Trainer Andreu Enrich resümierte: „Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben sehr gut gespielt und die Mülheimer Chancen so gut es ging reduziert. Wir können zufrieden sein, sind aber natürlich nicht glücklich mit dem Ausgang.“

Beide Teams hatten sich 2019 in Krefeld erst im Endspiel gegenübergestanden, damals beim 5:4 mit dem besseren Ende für Mülheim. Nun gab es die Begegnung bereits im Halbfinale. Diesmal hatte Hellwig (13.) seine Mülheimer zum Ende des ersten Viertels in Führung gebracht, doch der Vorsprung hielt keine 60 Sekunden. Der MHC erspielte sich im direkten Gegenzug seine erste Strafecke, die Gonzalo Peillat (14.) im Nachschuss verwertete. Für den argentinischen Olympiasieger war es bereits das 35. Saisontor. Zum Ende des zweiten Abschnitts hatte Mülheim die Großchance zum 2:1, doch die Mannheimer Defensive parierte die Strafecke trotz sehr schwieriger Sichtverhältnisse aufgrund der extrem tief stehenden Sonne.

Im dritten Viertel waren die Gastgeber am Drücker, belohnten sich aber nicht. Zunächst verfehlte Peillat das Gehäuse knapp und traf dabei sogar noch Mülheims Kapitän Tobias Matania schmerzhaft an der Hand. Auch die nächste Variante führte nicht zum Torerfolg. Die Kurpfälzer, Zweiter der Gruppe B hinter Rot-Weiss Köln, blieben spielbestimmend und durften zum Ende des Abschnitts nach Grüner Karte gegen Benedikt Fürk sogar in Überzahl spielen. Ein Treffer gelang ihnen aber nicht, stattdessen zappelte der Ball im eigenen Netz. Wie aus dem Nichts wurde Hellwig (45.) im Kreis angespielt, zog sofort ab und schoss an MHC-Keeper Jean Danneberg vorbei zum 2:1. Für den Nationalspieler war es bereits Saisontor Nummer 28.

Einen weiteren Moment des Schreckens hatten die Mannheimer im Anschluss zu verdauen, als Matania mit Dan Nguyen im vollen Lauf zusammenstieß und dieser nach minutenlanger Behandlung benommen vom Feld geführt werden musste. Glücklicherweise kehrte Nguyen im vierten Viertel zurück, ehe Raphael Hartkopf (52.) die Möglichkeit zum Ausgleich verpasste. Sechs Minuten vor Schluss ersetzte der MHC dann Keeper Danneberg zugunsten eines elften Feldspielers. Der Mut rentierte sich, denn 3:26 Minuten vor Schluss verwandelte Peillat dann die sechste Strafecke zum 2:2-Ausgleich. Zuvor hatte Christopher Helds Schlag in den Kreis die Füße von Jan Schiffer erwischt.

Somit wurde das dritte von vier Halbfinals am heutigen Samstag im Shootout entschieden. Nach zehn Schützen stand es 3:3, dabei hatte Guido Barreiros zuvor noch den Matchball vergeben. Da MHC-Keeeper Danneberg gegen Matania parierte, hatte Barreiros die Chance, den MHC wieder ins Endspiel zu schießen, aber Lennart Küppers im HTCU-Tor behielt die Nerven. Da im Anschluss Theo Hinrichs im k.o.-Duell vergab, machte Herzbruch dann alles klar für den Spitzenreiter der Gruppe A, der am Sonntag den dritten Titel in Serie holen kann.
„Wir brauchen eine solide Defensive und dürfen nicht viele Ecken zulassen“, so der Schlussmann. „Wenn wir solide verteidigen, kriegen wir immer unsere Chanen vorne raus.“

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf