Mannheim zieht ins Endspiel der Heim-Endrunde ein

08.05.21

Der Mannheimer HC folgt dem Düsseldorfer HC ins Damen-Endspiel beim Final Four in Mannheim. Wie schon im ersten Halbfinale musste auch hier der Shootout entschieden. Die Entscheidung zum 3:2 besorgte Nationalspielerin Sonja Zimmermann als elfte Schützin. „Es fällt gerade viel Druck fällt ab, denn wir fighten uns so krass rein. Das ist so ein geiles Team“, sagte die Matchwinnerin, deren Team erstmals seit 2017 wieder im DM-Finale steht.

„Beides waren super junge Teams, ich war 2017 in meinem ersten Final Four auch noch sehr nervös. Viel wichtiger ist es dann den Schalter umzulegen.“ Mit Blick auf das Endspiel am Sonntag (13.00 Uhr) gegen Düsseldorf sagte Zimmermann: „Der DHC verteidigt richtig eklig, aber ich bin zuversichtlich.“ Coach Nicklas Benecke ergänzte: „Unser Ziel ist es deutscher Meister zu werden. Wir haben Düsseldorf zuletzt zweimal geschlagen, aber davon können wir uns jetzt nichts kaufen.“

Beide Teams waren Penalties bereits aus den Viertelfinals gewohnt, schließlich lieferte sich der MHC zwei Shootouts mit Mülheim und Köln zwei Penaltyschießen mit dem UHC Hamburg. Beide gewannen jeweils eines. Und auch hier wurde es eine Zitterpartie: Nach zehn Schützinnen stand es 3:3, sodass die k.o.-Duelle entscheiden mussten. Hier legte Zimmermann vor, während die Ex-Mannheimerin Nike Lorenz an alter Wirkungsstätte vergab. „Wir sind gut reingekommen, doch der letzte Touch hat gefehlt“, resümierte Kölns Trainer Markus Lonnes. „In der zweiten Halbzeit verlieren wir komplett unser Spiel, der letzte Penalty war sinnbildlich, aber unterm Strich haben wir nicht das gebracht, was wir im Stande sind.“

Beim 0:0 in der ersten Halbzeit hatte Antonia Lonnes (11.) die erste Strafecke für die Domstädterinnen erspielt, aber die MHC-Abwehr um Keeperin Lisa Schneider parierte. Auch die zweite Strafecke kurz vor der Viertelpause führte nicht zum Tor. Die Unterbrechung kam dann für die Gastgeberinnen zur rechten Zeit, denn Coach Nicklas Benecke nutze die Gelegenheit, um seine Damen wachzurütteln und ihnen unmissverständlich mitzuteilen, dass die Vorstellung in Durchgang eins zu wenig war. „Wir waren im ersten Viertel sehr nervös, es war so ein Abtasten“, sagte Benecke nach der Partie. „Wir sind immer besser reingekommen, belohnen uns dann aber nicht. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gutes Hockey gespielt.“

Die Ansprache zeigte Wirkung, denn kurz nach Beginn des zweiten Viertels erspielte sich der MHC die bislang größte Möglichkeit, als Isabella Schmidt (18.) frei im Kreis abzog, das Ziel aber knapp verfehlte. Im Anschluss ergab sich nach einer Grünen Karte gegen Rebecca Grote noch die Gelegenheit in Überzahl zu treffen, doch es blieb beim 0:0. Während Köln zu Beginn des Spiels das bessere Team war, gehörte den Gastgeberinnen Viertel Nummer drei. Die zweite Mannheimer Strafecke resultierte in einem Siebenmeter, aber Lucina van der Heyde (40.) scheiterte mit ihrem etwas zu mittigen Schlenzer an KTHC-Keeperin Julia Sonntag. Kurz danach erspielte sich der Spitzenreiter der Gruppe A seine dritte Ecke, doch diesmal rutschte Charlotte Gerstenhöfer beim Schlag ab. Der Ball war zwar im Tor, da er jedoch deutlich über Bretthöhe einschlug, zählte der Treffer zurecht nicht.

Im Schlussabschnitt besorgte Grote dann das erlösende 1:0 per Siebenmeter. Zuvor hatte Sonja Zimmermann die Kölner Führung noch verhindert, bekam aber bei der Eckenabwehr den Ball an den Körper, sodass es den Strafschuss gab. Die Chance ließ sich Grote (47.), wie schon im Viertelfinale gegen den UHC, nicht nehmen und erzielte ihr zwölftes Saisontor. Doch es dauerte keine zwei Minuten, bis es wieder unentschieden stand. Diesmal nutze Mannheim seine vierte Strafecke, indem ausgerechnet Zimmermann (49.) unten rechts verwandelte und damit an der auf der Linie stehenden Grote vorbeischoss.

Die Nationalspielerin hatte sogar das 2:1 auf dem Schläger, konnte die fünfte Strafecke aber nicht nutzen, da Sonntag den Ball auf der Schlägerseite sicher parierte. Doch damit nicht genug: Als die Ex-Mannheimerin Cécile Pieper Schmidt im Schusskreis foulte (56.), gab es Strafecke Nummer sechs, aber Zimmermann verzog. 48 Sekunden vor dem Ende hatten die Kurpfälzerinnen die Chance, die Partie zu entscheiden. Doch Zimmermann scheiterte erneut per Strafecke und das, obwohl Köln nur noch mit drei Verteidigerinnen da stand, weil Pieper zu früh gestartet war. So musste auch hier der Shootout entscheiden.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf