Mannheim, Köln, Mülheim und Berlin ziehen ins Final Four ein

01.05.21

Gastgeber MHC darf nach einem 4:2 im zweiten Viertelfinale gegen den HTHC das Final Four auf eigener Anlage bestreiten. Gegner im Halbfinale am kommenden Wochenende wird Uhlenhorst Mülheim, das 6:4 gegen Polo gewann. Köln besiegte Alster klar mit 4:1 und trifft auf den Berliner HC, der sich im Shootout gegen den UHC Hamburg durchsetzte.

Die Herren des Mannheimer HC haben sich als erstes Team der Hockeyliga für das Final Four qualifiziert. Die Ausrichter der Endrunde besiegten den Harvestehuder THC auch im zweiten Viertelfinale. Nach dem 1:0 im Hinspiel lautete das Ergebnis nun 4:2. Alexander Schöllkopf hatte den MHC im ersten Viertel in Führung gebracht, doch Anton Pöhling besorgte im direkten Gegenzug den 1:1-Ausgleich. Im zweiten Durchgang belohnten sich dann die Hanseaten für ihr couragiertes Auftreten, indem Jan-Philip Heuer den Ball über MHC-Schlussmann Lukas Stumpf zur erstmaligen Führung chippte.

In der Folge konnte sich der HTHC bei seinem Torhüter Anton Brinckman bedanken, der mit mehrfachen Paraden das 2:1 seiner Vorderleute festhielt. Kurz vor Ende des dritten Viertels musste der Hallen-Europameister sich dann aber doch geschlagen geben. Eine Eckenvariante ausgehend von Starspieler Gonzalo Peillat landete schlussendlich am Schläger von Paul Zmyslony, der zum verdienten Ausgleich traf. In der 50. Minute erspielten sich die Kurpfälzer erneut eine Strafecke, diesmal entschied sich Peillat für den Direktschlenzer und markierte das 3:2. Für den Argentinier war es das 29. Saisontor per Strafecke. Nun warf Harvestehude ohne Torwart alles nach vorn, wurde aber nicht belohnt. Stattdessen vollendete Danny Ngyuen einen Konter zum 4:2 ins leere HTHC-Tor. Während MHC nun das Halbfinale gegen Meister Mülheim auf eigener Anlage bestreiten darf, ist die Saison für den HTHC beendet.

Der Titelverteidiger gewann seine Best-of-Three-Serie gegen den Hamburger Polo-Club ebenfalls nach zwei Spielen. Matchwinner bei Uhlenhorst war Lukas Windfeder, der selbst fünf Strafeckentreffer zum 6:4-Erfolg beisteuerte. Der Nationalspieler hatte die Gastgeber mit einem Doppelpack in Führung gebracht, doch Polo verkürzte dank eines Strafeckentors von Kane Russell noch im ersten Viertel. Im zweiten Spielabschnitt stemmten sich die Hanseaten weiter gegen eine erneute Niederlage und kamen durch ein weiteres Eckentor von Tomás Procházka zum 2:2-Pausenstand.

Nach Wiederanpfiff besorgte Constantin Staib mit dem ersten Feldtor des Spiels die Hamburger Führung. Die Freude wehrte aber nicht lange, denn der offene Strafecken-Schlagabtausch ging weiter. Windfeder markierte nur eine Minute später das 3:3. Procházka antworte ebenfalls noch im dritten Durchgang mit dem 4:3, als sein Schlenzer glücklich vom Innenpfosten über die Linie rollte. Nun musste der Schlussabschnitt entscheiden: Es waren noch keine 60 Sekunden gespielt, als Windfeder mit seinem vierten Tor des Tages das 4:4 erzielte und acht Minuten später mit Treffer Nummer fünf zum 5:4 traf. Nun drängte Polo auf den Ausgleich und hatte seinerseits auch kurz vor Schluss die Riesenchance per Strafecke, die ungenutzt blieb. 34 Sekunden vor dem Ende erlöste Malte Hellwig dann seine Mülheimer mit einem Schuss ins leere Polo-Tor zum 6:4.

Vorrunden-Primus Rot-Weiss Köln wurde am Samstag ebenfalls seiner Favoritenrolle im zweiten Viertelfinale gegen den Club an der Alster gerecht. Die Nationalspieler Christopher Rühr und Thies Prinz sorgten bereits im ersten Viertel für eine beruhigende 2:0-Führung, ehe Mink van der Weerden im dritten Spielabschnitt auf 3:0 erhöhte. Alster verkürzte zu Beginn des vierten Viertels durch einen Siebenmeter von Carl Alt. Rot-Weiss ließ aber nichts mehr anbrennen, spielte die Begegnung souverän herunter und kam durch Timur Oruz sogar noch zum 4:1. Gegner im Halbfinale in Mannheim ist nun der BHC.

Die Berliner erstmals seit dem Titelgewinn 2012 wieder in einem Final Four. Sie gewannen am Samstag auch ihr zweites Viertelfinale gegen den UHC Hamburg mit 3:2 im Penaltyschießen. Matchwinner in Hamburg war Nationalspieler Martin Zwicker, der als zehnter Schütze die Entscheidung besorgte. "Wir hatten Glück, dass Zwick so eiskalt war", sagte Trainer Rein van Eijk.

Doch auch Torhüter Moritz Kentmann trug mit drei gehaltenen Penaltys seinen Teil zum Erfolg bei. "Es kribbelt immer noch", sagte der Keeper nach der Entscheidung. "Man ist echt angespannt, weil man als Torwart so viel Mehrwert liefert." Der Shootout blieb bis zum letzten Paar spannend. Zuvor hatten Marian Klink und Matteo Poljaric getroffen, jedoch auch Paul Dösch und Adrian Lehmann-Richter verschossen. Als Kentmann dann gegen Christopher Kutter parierte, traf Zwicker zum entscheidenden 3:2. 

Beim 1:1 (0:0) in der regulären Spielzeit hatte Tom Neßelhauf (39. Minute) den BHC im dritten Viertel in Führung gebracht, ehe Benedikt Schwarzhaupt (52.) im Schlussabschnitt per Strafecke ausglich. Das Hinspiel der Best-of-Three-Serie hatte der BHC bereits mit 3:0 gewonnen. "Das ist ein Brett, wir haben haben zweimal verloren. Da muss sich was ändern, aber man kann immer ein gutes Ergebnis holen", meinte van Eijk mit Blick aufs Halbfinale gegen Köln.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf