HTHC und HTCU erreichen Herren-Finale durch Penaltyschießen

28.08.21

Der Harvestehuder THC hat sich im Penaltyschießen mit 3:2 gegen den Mannheimer HC durchgesetzt. Matchwinner im Halbfinale des 1. Liga-Cups der Hockey-Bundesliga war Fülöp Losonci als neunter Schütze. Überragend agierte aber auch HTHC-Schlussmann Anton Brinckman, der sein Team in Krefeld überhaupt beim 0:0 erst in den Shootout rettete. Gegner ist nun Uhlenhorst Mülheim, das ebenfalls im Penaltyschießen gegen den Berliner HC gewann.

Die beste Chance in der ersten Halbzeit hatte Thomas Habif kurz vor der Pausensirene, doch der Schuss des HTHC-Neuzugangs prallte gegen die Latte. Der MHC hatte zu Beginn des dritten Abschnitts zwei Strafecken, doch zunächst lief Xaver Hasun den Schlenzer von Gonzalo Peillat schmerzhaft ab. Die Wiederholungsecke wehrte HTHC-Keeper Anton Brinckman ab, sodass es beim torlosen Remis blieb. Die Kurpfälzer drängten weiter auf die Führung, belohnten sich aber nicht.

Harvestehude, das am Freitagabend im Viertelfinale noch ein 6:0-Schützenfest gegen Meister Rot-Weiss Köln feierte, hatte am Samstag Mühe, der MHC-Defensive ernsthaft gefährlich zu werden. Am Ende des dritten Viertels tauchten die Hamburger erstmals wieder im MHC-Kreis auf, aber Niklas Reuter konnte die Vorarbeit von Julius de Wall nicht nutzen. Nach einer emotionalen Ansprache von Coach Christoph Bechmann schaltete der Sieger der Vorrunde Nord noch einmal einen Gang hoch, nennenswerte Kreisszenen entstanden aber nicht.

Mannheim erspielte sich in den Schlussminuten noch eine Ecke, aber wieder blockte Hasun Peillat ab. Die Wiederholungsecke wurde dann erneut von Brinckman gehalten, der auch den Rebound entschärfte, sodass es ins Shootout ging. "Es wollte einfach keiner Fehler machen, das Spiel war von Sicherheit geprägt", sagte Brinckman, der zum besten Spieler gewählt wurde. "Wir finden das Format auch ganz cool und wollen hier den großen Pokal gewinnen."

Im Shootout rettete der HTHC-Keeper zunächst gegen Jan-Philipp Fischer, ehe Goalgetter Michael Körper beim ersten Hamburger Versuch ausrutschte. Erik Kleinlein brachte den MHC in Führung, doch Fülöp Losonci egalisierte. Guido Barreiros legte wieder für Mannheim vor, aber Hasun hielt dem Druck stand und traf zum 2:2. Im ersten k.O.-Duell scheiterten Körper und Kleinlein, ehe Losonci wieder traf. Nun war Barreiros wieder am Zug, fand aber diesmal seinen Meister in Brinckman.

Im zweiten Halbfinale starteten die Berliner mit mächtig Druck in die Partie und belohnten sich direkt im ersten Viertel mit zwei Strafecken. Diese konnte Kapitän Paul Dösch noch nicht verwerten, aber nur eine Minute später staubte Jonas Gomoll im Kreis ab und erzielte das 1:0. Obwohl Vizemeister Mülheim nach dem 4:1 im Viertelfinale gegen den TSV Mannheim Hockey als leichter Favorit galt, gehörte dem BHC der erste Durchgang.

Uhlenhorst tauchte nur dreimal im Berliner Kreis auf, einmal parierte BHC-Keeper Hendrik Rose, die erste Strafecke durch Jan Schiffer entschärfte die erste Welle. Schiffer legte bei der Schlussstrafecke des ersten Viertels für den Stecher auf, aber die Berliner Defensive war zu wenig. „Das ist zu wenig, wir verteidigen nicht konsequent genug“, monierte HTCU-Coach Thilo Stralkowski in der Pause. Jedoch hatten die Mülheimer schon im ersten Viertel den Ausfall von Top-Stürmer Malte Hellwig zu verkraften, der mit einer muskulären Verletzung ausschied. Es waren noch keine zwei Minuten im zweiten Viertel gespielt, als es wieder im Mülheimer Kasten klingelte. Diesmal war U19-Europameister Matteo Poljaric zur Stelle.

Nach der Halbzeitpause verkürzte Schiffer mit Mülheims vierter Ecke auf 1:2, indem er Berlins Keeper Rose tunnelte. Zuvor hatte Robert Duckscheer im strömenden Regen den Anschluss per Strafecke verpasst. Doch Berlin zeigte sich nicht weiter beeindruckt und stellte durch Tino Volkert den alten Abstand wieder her. An sich hatte die erste Welle die Strafecke bereits abgelaufen, doch Kapitän Paul Dösch bewies ein gutes Auge und passte zu Reingeber Volkert, der sehenswert zum 3:1 einschlenzte. Das mögliche 2:3 vereitelte Marius Gemmel auf der Linie, als er eine Mülheimer Ecke parierte.

Dennoch gelang dem Vizemeister der erneute Anschluss sieben Minuten vor dem Ende, als Moritz Ludwig den Rebound der nächsten Strafecke versenkte. Der 3:3-Ausgleich fiel dann fünf Minuten vor dem Ende durch Nick Werner, ehe Rose mit einer Glanztat sogar die Führung verhinderte. "Wir freuen uns, dass wir es nochmal geschafft haben", sagte Schiffer. "Das Penaltyschießen war dann Glückssache. Im Idealfall feiern wir morgen unseren ersten Titel."

Im Shootout konnte Rose zunächst gegen Lucas Toscani parieren, aber auch Lennart Küppers hielt gegen Luis Gill. Duckscheer traf als dritter Schütze, während Adrian Lehmann-Richter über Küppers Bein fiel. Zunächst entschieden die Schiedsrichter auf Siebenmeter, nahmen dann aber die Entscheidung zum Unmut der Berliner zurück. So war Schiffer als nächster an der Reihe und traf zum 5:3, was zugleich den Finaleinzug bedeutete. „Wir verlieren das Spiel selbst, weil wir ein 3:1 aus der Hand geben“, sagte BHC-Routinier Lukas Kilpper. „Wir haben zu viele Ecken zugelassen und sind selbst schuld, dass wir ein 3:1 nicht über die Zeit bringen.“ Gegner im Spiel um Platz drei ist nun der MHC.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf