Köln und Mannheim komplettieren Final Four der Damen

02.05.21

Nach dem die vorherigen beiden Duelle erst im Penaltyschießen entschieden worden sind, stand im dritten Viertelfinale der Sieger jeweils schon nach 60 Minuten fest. Rot-Weiss Köln drehte die Serie durch ein 3:2 gegen den UHC Hamburg, während der MHC gegen Mülheim mit 4:0 gewann und das Ticket fürs Final Four auf eigener Anlage löste. Gegner im DM-Halbfinale ist nun ausgerechnet Rot-Weiss Köln.

„Es hat wahnsinnig Spaß gemacht. Es war eine geile Serie, in der beide es verdient gehabt hätten. Nun geht es darum, sich zu erholen“, sagte Kölns Trainer Markus Lonnes. Diesmal waren im ersten Viertel noch keine Tore gefallen. Den ersten Treffer der Partie erzielte Pia Maertens in Durchgang zwei, doch wie so häufig in der Serie hatte die Führung nicht lange bestand. Keine zwei Minuten später traf Nicola Pluta zum 1:1, beide Damen hatten sich bereits am Samstag in die Torschützinnenliste eingetragen.

Kurz vor der Halbzeitpause hatte der UHC eine Serie von Strafecken, konnte zunächst aber keine verwerten. Erst als Köln wegen zu frühem Rauslaufens auf zwei Spielerinnen reduziert war, fand Charlotte Stapenhorsts mittiger Schlag den Weg ins Tor. Nationalkeeperin Julia Sonntag sah bei der Aktion etwas unglücklich aus, da der Ball direkt unter ihrem Fuß hindurch rollte. Doch ihre Vorderleute bügelten die Situation direkt wieder aus, indem sie ebenfalls noch in der 28. Minute eine Ecke im UHC-Kreis erzwangen. Hier schaltete Liv Arndt am schnellsten und tippte den Ball zum umjubelten 2:2-Pausenstand über die Linie.

Als es nach einem torlosen dritten Viertel zehn Minuten vor dem Ende immer noch 2:2 stand, deutete sich bereits der dritte Shootout der Serie an. Doch in der 52. Minute entschied Schiedsrichterin Sandra Wagner nach einem Foul von UHC-Keeperin Noelle Rother an Stürmerin Rebecca Grote auf Siebenmeter. Die Kölnerin hatte bereits gestern nach 30 Penalties per Siebenmeter die Entscheidung besorgt und ließ sich auch diesmal den Treffer nicht nehmen. Erneut schlenzte sie ins linke Eck und Köln führte mit 3:2. Von diesem Rückschlag erholte sich dann der UHC nicht mehr. Mit elf Feldspielerinnen ergab sich sogar nochmal die Chance zum Ausgleich, aber der Rebound von Yara Mandels Schlag sauste an Lena Micheel vorbei. Die Domstädterinnen ließen dann souverän die Uhr runterlaufen und zogen mit zwei Siegen ins Halbfinale gegen den MHC ein.

„Heute hatten wir die Konsequenz im Kreis“, meinte Cécile Pieper, die nun auf ihre alten Teamkollegen trifft. UHC-Coach Claas Henkel war natürlich enttäuscht, auch wenn er seinem Team keinen Vorwurf machte: „Wir haben eine sehr junge Truppe, ich bin sehr dankbar für dieses Bundesliga-Jahr. Mir war klar, dass es so eine Mega-Serie werden wird. Das heutige Ergebnis fühlt sich nicht passend zur Leistung an.“ Die Hanseatinnen verpassen damit erstmals seit elf Jahren das Final Four.

Der Mannheimer HC stand im dritten Spiel am Sonntag gleich doppelt unter Druck, schließlich findet die Endrunde am kommenden Wochenende auf der eigenen Anlage statt. „Man trainiert für solche Spiele. Ich bin natürlich jetzt erleichtert. Gestern war ich von unserer Körpersprache genervt, heute war das anders und ich konnte mich aufs Hockey-Coachen konzentrieren“, sagte MHC-Coach Nicklas Benecke. Mit Blick auf das Halbfinale gegen Köln meinte er: „Ich hoffe, dass nun die Serie reißt.“ Schließlich hat der Coach die letzten acht Halbfinalspiele verloren.

Im alles entscheidenen Viertelfinale vergab Mülheims Petra Ankenbrand die erste große Chance, ehe Verena Neumann die Gastgeberinnen zum Ende des ersten Viertels mit 1:0 in Führung brachte. Die Mittelfeld-Akteurin hatte bereits in den beiden vorherigen Spielen getroffen. "Nun ist es das Ziel deutscher Meister zu werden, alles andere wäre die falsche Einstellung. Der Druck war hoch, aber wir haben uns gut reingepusht“, meinte Neumann.

Isabella Schmidt erhöhte zu Beginn des Schlussabschnitts auf 2:0. Mülheim nahm darauf Keeperin Femke Jovy vom Feld und versuchte erneut die Aufholjagd. Diesmal zerstörten sich die Hoffnungen auf ein Comeback aber schnell, denn nur eine Minute später besorgte Lucina van der Heyde mit dem 3:0 die Vorentscheidung, Stine Kurz ließ sechs Minuten vor Schluss das 4:0 per Strafecke folgen. „Wir haben eine sehr gute Rückrunde gespielt, uns das Viertelfinale und das heutige Entscheidungsspiel verdient“, resümierte Mülheims Coach Daniel Kamphaus. „Die ersten beiden Spiele sind wir auf Augenhöhe. Das erste Gegentor war unglücklich, man hat auch gemerkt, dass gestern viel Kraft gekostet hat.“

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf