Honamas beenden Olympia in Tokio auf Platz vier

05.08.21

Die Nationalmannschaft der Herren hat im Spiel um den dritten Platz die angepeilte Bronzemedaille in Tokio verpasst. Trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung verloren die Honamas das kleine Finale gegen Indien am Ende noch mit 4:5 und bleiben damit erstmals seit 21 Jahren wieder ohne Medaille bei Olympia.

Dabei hatte das Duell mit den Indern so vielversprechend begonnen. Bereits in der zweiten Minute traf der Kölner Timur Oruz (Foto) zum 1:0, ehe die Inder zu Beginn des zweiten Viertels einen Konter zum 1:1-Ausgleich durch Simranjeet Singh nutzen. Doch Deutschland ließ sich davon nicht irritieren und ging mit einem Doppelschlag durch Niklas Wellen und Benedikt Fürk (24./25. Minute) verdient mit 3:1 in Führung.

Leider wehrte die Freude aber nicht lange, denn Indien gelang noch im zweiten Viertel der Ausgleich. Erst verkürzte Hardik Singh (27.) im Nachsetzen per Strafecke, dann glich Harmanpreet Singh (29.) ebenfalls per Ecke zum 3:3-Halbzeitstand aus. "Das erste Gegentor kam dann schon etwas auch dem Nichts, und ich habe gedacht, warum fällt das so einfach. Wenn man dann mit zwei Toren führt, kommt die Phase, wo ein Top-Team wie Indien sich wehren will und muss. Da haben wir dann leider Einladungskarten für die Treffer vor der Pause verschickt, die Indien gern angenommen hat", analysierte Bundestrainer Kais al Saadi.

Nach der Pause kassierten die Honamas einen unglücklichen Siebenmeter, den Rupinder Pal Singh (31.) zum 4:3 verwandelte und das, obwohl Keeper Alex Stadler sogar die Ecke erahnte und knapp dran war. Keine drei Minuten später bestrafte Simranjeet Singh (34.) mit seinem zweiten Treffer des Tages einen Deckungsfehler in der deutschen Abwehr hart und nutze eine Flanke zum 5:3. "Der Schock über das 3:3 muss tiefer gesessen haben, denn anders ist es nicht zu erklären, dass wir diese beiden weiteren schnellen Gegentore nach der Pause kassieren", sagte al Saadi.

Dennoch steckte Deutschland nicht auf und erarbeitete sich seinerseits wieder Torchancen, doch ähnlich wie im Halbfinale gegen Australien wollten auch am Donnerstagmittag (Ortszeit) die Strafecken zunächst nicht rein. Den Bann bracht Lukas Windfeder (48.) erst zwölf Minuten vor Schluss. Der Mülheimer traf mit einem platzierten Schlenzer zum 4:5 und brachte die Hoffnungen zurück. "Dann wechselte die Initiative erneut. Die Jungs haben ganz viel Herz reingegeben, um nochmal zurückzukommen und bis zur letzten Sekunde an ihre Chance geglaubt. Aber wir haben aus den vielen Möglichkeiten einfach nicht genug Kapital schlagen können. Das müssen wir akzeptieren", erkannte der Bundestrainer an.

Als weniger als fünf Minuten noch auf der Uhr waren, nahm al Saadi Stadler zugunsten eines elften Feldspielers vom Platz. Mit elf Spielern erkämpfte sich Deutschland in der 58. Minute Ecke Nummer 12, doch die Variante misslang. Sieben Sekunden vor dem Ende folgte dann die 13. Strafecke, doch auch sie blieb ungenutzt, sodass der Favorit das Spiel um Bronze verlor. Während Indien erstmals nach 41 Jahren wieder olympisches Edelmetall gewann, bleibt Deutschland nach Bronze in Athen und Rio sowie Gold in Peking und London erstmals seit Sydney 2000 wieder ohne Medaille.

Foto: Quelle dha