Europäische Hockeyvereine gründen die EHCA

27.08.20

Die europäischen Hockeyvereine haben sich in einem internationalen Bündnis, der European Hockey Clubs Association (EHCA), organisiert, um gemeinsam ihre Interessen vor dem Weltverband FIH und dem Europaverband EHF stärker zu vertreten. Schließlich bildet eine breite Vereinsstruktur die Basis für die Erfolge der Hockeystars auf nationaler und internationaler Ebene. Die Clubs leisten die jahrelange Ausbildung der Spielerinnen und Spieler und schmieden damit die Kaderathletinnen und Kaderathleten, die später einmal ihre Landesfarben bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften vertreten. Wären diese drei Turniere die einzigen internationalen Großereignisse im Hockey, ließe sich der nationale Spielbetrieb problemlos um sie herum planen. Jedoch hat der Weltverband FIH in den vergangenen Jahren immer weitere Turniere oder Spielserien in den Kalender aufgenommen, was mit der im vergangenen Jahr neu gegründeten FIH Pro League seinen aus Vereinsperspektive negativen Höhepunkt in Bezug auf die erforderlichen internationalen Spieltage fand.

Aufgrund der steigenden Anzahl an Länderspielen und der dafür erforderlichen Vorbereitungszeit der Nationalteams reduziert sich automatisch die Menge der Wochenenden, an denen in den nationalen und europäischen Ligen gespielt werden kann. Der internationale Kalender sorgt beispielsweise in der Saison 2020/21 dafür, dass Bundesliga-Hockey nach der Winterpause nur noch von März bis Mai möglich ist. Die meisten deutschen Clubs haben sich bereits damit arrangiert, dass ihnen ihre Nationalspielerinnen und -spieler aufgrund internationaler Verpflichtungen während der Hallen-Bundesliga wenig bis gar nicht zur Verfügung stehen. Wenn zukünftig die Einsatzzeit der Kaderathletinnen und -athleten im Zuge der Belastungssteuerung auch in der regulären Feldhockey-Bundesliga zurückgehen sollte, ist dies keinesfalls im Interesse der Clubs, der Fans, der Sponsoren und der allgemeinen Vermarktung.

Die Gründung der EHCA geht auf die Initiative des Spaniers Leandro Martínez Zurita zurück. Dem Vorsitzenden des spanischen Vereinsbündnisses ist es gelungen, sich mit den Ligen-Vertretern aus Deutschland, der Niederlande, Belgien und Großbritannien übergreifend zu sozialisieren, um gemeinsam mehr Einfluss auf die terminlichen Entscheidungen der nationalen und internationalen Dachverbände zu nehmen. Die deutschen Vereine werden dort vom HOCKEYLIGA e.V. in Person von Präsident Dirk Wellen vertreten. „Die Zusammenarbeit der europäischen Ligaverbände ist extrem wichtig, um das nationale Tophockey zu stärken und auch langfristig zu sichern“, erläutert Wellen. Bei den Herren finden sich die fünf Gründungsnationen alle in den Top Neun der Weltrangliste, bei den Damen unter den Top Elf. An der Weltspitze steht bei den Damen mit den Niederlanden und bei den Herren mit Belgien auch jeweils ein europäisches Team.

In den vergangenen sechs Monaten haben sich die Mitgliedsverbände der EHCA insbesondere auf drei Kernziele verständigt: Erstens die Abstimmung und Vereinbarkeit des nationalen Spielbetriebs mit den internationalen Ereignissen, zweitens die Sicherung und Fortbestand der Euro Hockey League (EHL) sowie drittens die Absicherung des aktuellen Spielformats, in dem jeweils elf Spieler bzw. Spielerinnen pro Team zeitgleich auf dem Platz stehen. Um auch innerhalb Europas für einen homogenen Spielbetrieb zu sorgen, setzt sich die EHCA für Ligaspiele zwischen dem 1. September und 30. November und einer anschließenden Winterpause vom 1. Dezember bis zum 28./29. Februar ein. In der Winterpause sollen die Nationalspielerinnen und -spieler grundsätzlich von den Clubs abgestellt werden können. Zwischen dem 1. März und 15. Juni sollen dann die nationalen Ligen inklusive der Meisterschaft sowie die EHL beendet sein. Während der Sommerpause zwischen dem 16. Juni und 31. August sollen alle Vereine ihre Kaderathletinnen und -athleten dann wieder für FIH- und EHF-Turniere abstellen.