Endlich wieder Hockey - (nicht nur) am Krefelder Stadtwald

19.03.21

Man muss sich mal folgendes vorstellen: Der Startpunkt der laufenden Fußball- Bundesligasaison wäre im September 2019 gewesen und sie würde erst im April 2021 zu Ende gehen – einfach unvorstellbar. Für die Bundesligen im Feldhockey ist das allerdings Realität. Nach 18 Monaten und zwei Corona-Unterbrechungen inklusive Lockdowns beginnt am kommenden Wochenende endlich die finale Phase dieser längsten Spielzeit der Hockeygeschichte.

„Diese Zeit war und ist noch für alle Beteiligten schwer“, berichtet Ronan Gormley, Trainer des Herren-Bundesligateams bei CHTC. „Man kann eine Zeit lang per Zoom die Jungs auch mit einem abwechslungsreichen online-Training motivieren. Das hat auch gut geklappt – dank unserem Athletiktrainer Matthias Golomb. Außerdem haben wir die Hinrunde videomäßig aufgearbeitet und unsere Fehler analysiert“. Wichtig wäre es auf jeden Fall den Kontakt untereinander zu pflegen und aktiv zu bleiben, meint Ronan Gormley weiter. „Aber das alles hat Grenzen. Und deshalb waren wir froh ab Januar 2021 wieder zusammen laufen zu können. Danach haben wir zusammen an der Athletik gearbeitet und auf dem Platz lief es, trotz der schwierigen Lage, vielversprechend“.

Auch die Vorbereitungsspiele zeigten, dass die Mannschaft auf einem vielversprechenden Weg ist. Am 13./14. Februar waren die Krefelder zu Gast beim Mannheimer HC. Zwei Spiele standen auf dem Programm. Die Ergebnisse: 1-1 (Torschütze: Henrik Mertgens) und 5:2 zugunsten des CHTC (Torschützen: Jonathan Ehling, 2 x Phillip Jansen, Linus Michler, Henrik Mertgens. Auch beim großen Meisterschaftsfavoriten Rot-Weiß Köln zeigten die Krefelder nach so langer Pause eine ansprechende Leistung. Im ersten Spiel unterlagen die Schützlinge von Ronan Gormley knapp mit 2:3 (Torschützen: Lucas Bachmann, Phillip Jansen). Leider zog sich Linus Michler im ersten Viertel einen Muskelfaserriss zu und fällt voraussichtlich sechs Wochen aus. Die zweite Partie endete aus Krefelder Sicht mit 0:1 Toren. „Da war mehr drin“. meinte der Krefelder Coach, denn die Kölner mussten in diesem Spiel auf einige ihrer Leistungsträger verzichten. Dafür kam Lorenz Beckmann, der jüngere Bruder von Stammgoalie Luis Beckmann, im letzten Viertel zu seinem ersten Einsatz im Bundesligateam und hinterließ einen guten Eindruck.

Am 6. März war dann der Berliner HC zu Gast am Krefelder Stadtwald. Am Ende gewann der CHTC mit 3 - 0 (Torschützen: Tom Schneider, 2 x Lucas Bachmann). „Das war ein sehr gutes Spiel meiner Jungs“, analysiert Ronan Gormley. „Und das hat nichts mit dem Fehlen der drei Berliner Nationalspieler zu tun“. Zu einem weiteren Vorbereitungsspiel empfing der CHTC den Zweitligisten Düsseldorfer HC. Die Krefelder Torschützen zum 8:1-Endstand waren 2 x Jonathan Ehling, Phillip Jansen (Ecke), Timo Kossol (Ecke), Johnny Mc Kee (7 m), Mats Westphal, Hendrik Mertgens, Lucas Bachmann. Am vergangenen Sonntag unterlag der Crefelder HTC bei ihrem letzten Vorbereitungsspiel vor dem Bundesligastart am 20. März beim Meisterschaftsanwärter Nummer eins, Rot-Weiß Köln, mit 2:5- Toren.

CHTC-Trainer Ronan Gormley war trotz der Niederlage über weite Strecken nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Spieler. „Die vielen kleinen Fehler, die wir gemacht haben, wurden von Köln mit seinen vielen Nationalspielern halt gnadenlos bestraft“. Schließlich fehlten bei den Domstädtern lediglich Timur Oruz und Christopher Rühr. Vor allen Dingen die jungen Krefelder Spieler haben den Trainer überzeugt. Allen voran die Youngster Mika Schröders und Mats Hedemann, die ein tolles Spiel gemacht haben. Die Tore für Krefeld erzielten Johnny McKee und Fritz Zickler. Das Fazit aus den absolvierten Vorbereitungsspielen sieht der Krefelder Trainer im überwiegend positiv: „Für mich sind die Ergebnisse nicht unbedingt aussagekräftig, aber die Entwicklung der Mannschaft war und ist gut. Der gesamte Prozess läuft gut und gibt uns Selbstvertrauen“, erläutert Krefelds Coach Ronan Gormley. „Wir blicken hauptsächlich auf die Entwicklung der Mannschaft. Da haben wir uns ganz klare Ziele gesetzt. Zum Start am kommenden Wochenende wird die Mannschaft mit breiter Brust an die Aufgabe heran gehen“.

Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass sich der CHTC wahrhaftig nicht sicher sein kann das Viertelfinale zu erreichen. Aktuell stehen die Krefelder mit 26 Punkten auf dem vierten Rang der Staffel A. Und dieser Platz würde für das Viertelfinale gegen den Erstplatzierten der Staffel B reichen – und das wird sehr wahrscheinlich Rot-Weiß Köln sei. Allerdings hat der Club an der Alster auf Platz fünf mit 25 Punkten nur einen einzigen Zähler weniger auf dem Konto. „Keine Frage, unser Tabellenstand ist alles andere als bequem. Da kann jeder Punkteverlust entscheidend sein“, weiß Krefelds irischer Trainer, Ronan Gormley. „Alster ist einen Punkt hinter uns und die wollen natürlich auch lieber ins Viertelfinale und nicht in den Playdowns gegen den
Abstieg spielen. Dieses Duell wird meiner Meinung nicht nur auf dem Platz sondern auch mental im Kopf entschieden. „Unser Ziel ist es ohne wenn und aber den vierten Platz zu verteidigen“, so Ronan Gormley weiter.

Sechs Spiele stehen für das Bundesliga-Team des Crefelder HTC noch bis zum Ende der Hauptrunde auf dem Programm. Am kommenden Samstag, 20. März, geht es los mit dem Gastspiel beim Hamburger Club, Harvestehuder THC. Es folgen dann drei weitere Auswärtsspiele: Sonntag, 28. März in Mülheim, gefolgt am 10./11. April von zwei Partien in Hamburg (Club an der Alster/UHC Hamburg). Die Vorrunde wird dann am 17./18. April mit den Heimpartien gegen Harvestehude und Großflottbek abgeschlossen. Eine Woche später beginnen dann die Viertelfinalspiele bzw. die Playdowns.

Vier Partien auswärts und dann zwei Heimspiele und das in dieser Reihenfolge - für den Krefelder Bundesliga-Coach ist das allerdings kein Grund an der Viertelfinale- Teilnahme seines Teams zu zweifeln. „Vier Mal auswärts in Folge ist schon nicht so einfach. Aber uns macht das nichts“, ist sich Ronan Gormley sicher. „Meine Jungs freuen sich auf Auswärtspartien. Weil wir ja in Zeiten leben, wo man nicht viel rauskommt, nicht so viele soziale Kontakte hat und deshalb die gemeinsame Zeit genießt“. Und die Gegner denken vielleicht, dass sie einen Heimvorteil haben würden, „aber wir werden immer versuchen unser Potential voll auszuschöpfen und wir werden kämpfen“, so Ronan Gormley. Auf einige Akteure muss der Crefelder HTC in den restlichen sechs Partien allerdings verzichten: Max van Laak (Knieoperation), Linus Michler (Muskelverletzung), Janick Eschler (Kniebeschwerden), Kenzo Hüper (Darmentzündung), Callum und Michael Robson (berufliche Gründe).

Text & Bild: Presseinformation Crefelder HTC
Das Foto zeigt Mats Hedemann (links) und Mika Schröders (rechts).