Düsseldorfer HC erreicht erneut das Damen-Finale

08.05.21

Die Damen vom Düsseldorfer HC stehen erneut im Endspiel der Hockeyliga. Die Rheinländerinnen setzten sich am Samstagmorgen im ersten Halbfinale des Final Fours in Mannheim mit 3:2 im Penaltyschießen gegen den Titelverteidiger Club an der Alster durch.
Matchwinnerin für den DHC war zweifelsohne Nationaltorhüterin Nathalie Kubalski, die nicht nur im Shootout überzeugte, sondern auch beim 0:0 in der regulären Spielzeit diverse Alster-Strafecken entschärfte.

„Wir wussten, dass wir über den Kampf kommen können. Wir hatten ein gutes Gefühl“, sagte die Keeperin. „Wir kennen uns alle in- und auswendig, aber es waren zu viele Ecken, die wir zulassen.“ Düsseldorf revanchierte sich damit für die bittere Shootout-Niederlage im Endspiel 2019 in Krefeld. Alster verpasste hingegen den dritten Finaleinzug in Serie. „Wir müssen uns selbst vorwerfen, dass wir kein Tor machen. Die klaren Chancen hatten wir, schaffen es aber nicht, den Ball ins Eckige zu machen“, resümierte Alster-Trainer Jens George.

Zuvor lieferten sich beide Teams, die jeweils seit Oktober letzten Jahres kein Spiel mehr verloren haben, einen Kampf auf Augenhöhe, auch wenn das Chancenübergewicht bei den Hamburgerinnen lag. Dabei gehörte die erste Möglichkeit des Spiel sogar dem DHC, als Sara Strauß (11.) frei vor Alster-Keeperin Amy Gibson auftauchte, jedoch an der schottischen Nationalkeeperin scheiterte. Zum Ende des ersten Spielabschnitts hatte der Titelverteidiger gleich mehrere Chancen zum 1:0, doch Felicia Wiedermann (13.) sowie einen Eckenvariante über Carlotta Sippel (14.) führten nicht zum Erfolg.

Das zweite Viertel begann mit einer Strafecke für die Rheinländerinnen, doch auch hier entstand kein Tor aus der Eckenvariante über Selin Oruz (17.). Bis zur Halbzeit gab es dann keine weiteren Großchancen, denn beide Teams standen sehr gut, sodass es torlos in die Pause ging. Nach Wiederanpfiff zeichnete sich DHC-Nationalkeeperin Nathalie Kubalski gleich mehrfach aus, in dem sie mit ihren starken Paraden (31./33./40./42.) die Alster-Offensive ein ums andere Mal zur Verzweiflung brachte. Im Schlussabschnitt hatte der Zweite der Gruppe A erneut die Riesenmöglichkeit zum 1:0, aber auch Strafecke Nummer neun und zehn blieben ungenutzt.

Als es um eine weitere Wiederholungsecke ging, bewies Düsseldorf, wie man den Videobeweis clever einsetzt. Eine weitere Alster-Strafecke wurde nach Video-Studium zurückgenommen, genauso wie wenige Minuten später ein gefährliches Spiel gegen Annika Sprink auch erst unter Zuhilfenahme der Videobilder geahndet wurde. Hektisch wurde es auch noch einmal drei Minuten vor Schluss, als Alster eine DHC-Ecke im Videobeweis monierte. Jedoch konnte der Sachverhalt auch im TV-Bild nicht aufgelöst werden, sodass es bei der Ecke für den Spitzenreiter der Gruppe B blieb. Diesmal stand aber die Alster-Defensive gut, es blieb also beim 0:0. "Unser Spiel war defensiv angelegt und das ist sehr gut aufgegangen. So lange die Null steht, wird Alster normalerweise nervöser", resümierte DHC-Coach Nico Sussenburger.

Im anschließenden Shootout einer Begegnung, die Werbung für den Hockeysport war, verwandelten Lilly Stoffelsma, Selin Oruz und Sara Strauß für den DHC, während Hannah Gablac den ersten Hamburger Penalty vergab. Anne Schröder und Viktoria Huse trafen dann, sodass es nach sechs Schützinnen 3:2 stand. Als Felicia Wiedermann und Pia Lhotak beide vergaben, lag der Druck nun bei Nationalspielerin Lisa Altenburg. Sie musste treffen, um ihr Team im Duell zu halten, doch Kubalski behielt die Oberhand und sicherte dem DHC die zweite Endspiel-Teilnahme der Clubgeschichte. "Sie ist eine der besten Torhüterinnen, die hier rumturnt. Zur Ecken-Defense gehören aber noch vier weitere, die wir hervorheben müssen", sagte Sussenburger.

Gegner im Endspiel am Sonntag (13.00 Uhr) ist der Sieger des zweiten Halbfinales zwischen dem Gastgeber Mannheimer HC und Rot-Weiss Köln.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf