Düsseldorf ist erstmals deutscher Meister der Damen

09.05.21

Mit einem 3:2-Erfolg im Penaltyschießen gegen den Mannheimer HC haben sich die Damen vom Düsseldorfer HC erstmals die deutsche Feldmeisterschaft gesichert. Die Entscheidung im Shootout besorgte Nationalspielerin Selin Oruz als zehnte Schützin. Nach der regulären Spielzeit hatte es 1:1 gestanden.

„Ich bin erleichtert, überglücklich und sehr stolz auf die Mädels. Wir kommen über eine gute Defensive, verteidigen dreckig, kommen mit Herz und Leidenschaft und haben unseren Plan durchgezogen“, sagte DHC-Torfrau Nathalie Kubalski, die mit starken Paraden abermals zur Matchwinnerin wurde. „Wir fahren jetzt nach Hause, werden aber aus Corona-Gründen nicht feiern können. Vielleicht machen wir jetzt eine Zoom-Party.“ Ihr Gegenüber, MHC-Torfrau Lisa Schneider, sagte unter Tränen: „Wir waren so heiß, dominieren die so krass, und haben die Ruhe den Ausgleich zu schießen. Das wir das jetzt so verlieren, tut unglaublich weh, aber der Traum lebt weiter.“

„Es war das erwartet ekelhafte Spiel, wir haben uns die Zähne ausgebissen. Wir kommen verdient ins Penaltyschießen“, resümierte MHC-Coach Nicklas Benecke. „Man sieht, wie eng die Liga ist. Glückwunsch an Düsseldorf, aber nächstes Jahr kommen wir wieder. Wir müssen jetzt erstmal unsere Wunden lecken.“ Wie schon am Samstag im Halbfinale gegen den Club an der Alster stach Düsseldorfs Keeperin Nathalie Kubalski auch im Endspiel heraus. Nachdem beide Teams in den ersten zehn Minuten noch etwas zurückhaltend agierten, gehörte den Gastgeberinnen die erste Chance der Partie, als Nadine Kanler (10.) aus dem Gefühl heraus den Abschluss schaffte, aber an der Torfrau scheiterte. Keine zwei Minuten später hatte die MHC-Stürmerin erneut die Führung auf dem Schläger (12.), konnte aber die starke Vorarbeit von Charlotte Gerstenhöfer nicht nutzen.

Kurz vor der Viertelpause tauchte dann der DHC erstmals gefährlich im MHC-Kreis auf, aber Lilly Stoffelsma (14.) verzog. Auch wenn das Chancenübergewicht bei den Kurpfälzerinnen lag, erzielten die Gäste den ersten Treffer der Begegnung, indem Emma Heßler (18.) eine Wiederholungsecke auf der Schlägerseite von MHC-Torfrau Lisa Schneider mit ihrem elften Saisontor zum umjubelten 1:0 einschoss.

Die Mannheimerinnen hätten noch vor der Halbzeitpause ausgleichen können, aber zunächst klärte Selin Oruz (25.) gegen Gerstenhöfer auf der Linie, ehe es die erste Strafecke für den MHC gab. Hier passte Coach Nicklas Benecke gut auf und forderte nach einem Zweikampf im DHC-Kreis den Videobeweis wegen vermeintlichen Fußspiels. Und der Trainer hatte Recht, denn der Ball war an Heßlers Fuß. Jedoch brachten seine Damen die anschließende Strafecke nicht aufs Tor, sodass es mit dem 1:0 in die Pause ging.

Nach Wiederanpfiff drängte Mannheim weiter auf den Ausgleich, doch Lucina van der Heyde (37.) und Sonja Zimmermann (39.) scheiterten mit weiteren Strafecken an der überragenden Kubalski. Es dauerte bis sechs Minuten vor dem Ende, ehe der Ball dann doch im DHC-Netz zappelte. Nachdem zwei Düsseldorferinnen bei Mannheims vierter Strafecke zu früh gestartet waren, hatte Florencia Habif (54.) leichtes Spiel, in dem sie Zimmermanns Schlag unhaltbar für Kubalski zum 1:1 abfälschte. Zudem sah Nationalspielerinn Oruz aufgrund von Reklamierens noch die Gelbe Karte.

Die MHC-Überzahl hielt aber nicht lange, wenig später sah van der Heyde (57.) grün wegen unsportlichen Verhaltens. Acht Sekunden vor Schluss wurde es dann noch brisanter, als Düsseldorf den Videobeweis nahm, da MHC-Keeperin den Ball vermeintlich absichtlich ins Aus gespielt hatte. Das Videomaterial ließ keine Entscheidung zu, sodass es aus MHC-Sicht bei der glücklichen Langen Ecke blieb. Somit wurde auch das Endspiel zwischen den beiden Vorrunden-Staffelsiegern im Shootout entschieden.

Hier hatte Lisa Nolte als vierte DHC-Schützin beim Stand von 2:1 schon den Matchball auf dem Schläger, wurde aber von Schneider gefoult, sodass es Siebenmeter gab. Doch Luisa Steindor zeigte Nerven am Punkt und Schneider parierte. Martina Cavallero verwandelte dann zum 2:2, doch Oruz ließ sich als zehnte Schützin den Schuss ins Meisteerglück nicht nehmen.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf