DHC und Alster im Halbfinale, Spiel drei bei UHC und MHC

01.05.21

Während der Düsseldorfer HC sowie Meister Club an der Alster bereits ihre Tickets für das Final Four in Mannheim am kommenden Wochenende gebucht haben, muss Gastgeber MHC nach der Shootout-Niederlage gegen Mülheim zittern. Auch Köln erzwang im Penaltyschießen ein drittes Spiel gegen den UHC.

Einseitige Spiele gab es an diesem Wochenende in den Damen-Viertelfinals überhaupt nicht. In allen Duellen war Spannung bis zum Schluss garantiert. Obwohl der Club an der Alster nach seinem 6:0-Sieg im Hinspiel als haushoher Favorit in das zweite Duell mit dem Berliner HC gegangen war, tat sich der Meister nun erstaunlich schwer. Nach 60 umkämpften Minuten stand ein 1:0-Sieg für die Hanseatinnen zu Buche und das Endrunden-Ticket war gelöst. „Es war ein Kampf, der BHC hat es uns viel schwerer gemacht“, räumte auch Alsters Nationalspielerin Hanna Granitzki ein. „Ich denke, dass wir trotzdem die spielbestimmende Mannschaft waren und verdient gewonnen haben.“

Im letzten Bundesligaspiel von Routinier Svenja Schuermann verkaufte sich der BHC teuer und beendet die längste Bundesliga-Saison der Geschichte mit einer achtsamen Leistung. „Ja, ich bin zufrieden. Wir sind besser in die Zweikämpfe gekommen und haben defensiv besser gestanden“, sagte Coach Stan Huijsmans. „Leider haben wir unsere Chancen nicht genutzt. Ich denke aber, dass wir heute gegen den zukünftigen deutschen Meister gespielt haben.“

Dabei war sein BHC erstaunlich stark in die Partie gestartet und hatte sich in der achten Minute auch die erste Ecke erspielt, aus der er aber leider kein Kapital schlagen konnte. Zum Ende des ersten Viertels bekamen die Berlinerinnen eine weitere Ecke zugesprochen, doch Linnea Weidemanns Schlenzer wurde als gefährlich abgepfiffen. In der 23. Minute fiel dann der einzige Treffer des Spiels, als Nele Aring im dritten Anlauf den Ball an der starken Nationaltorhüterin Anna Kilian vorbei in den Kasten stocherte. Im Anschluss gewann der Meister doch mehr an Spielkontrolle, konnte im Gegensatz zum Hinspiel aber keine seiner Strafecken im BHC-Tor unterbringen.

Auch der Düsseldorfer HC war trotz des knappen 2:1 im Hinspiels als klarer Favorit ins Spiel gegen Harvestehude gegangen, mühte sich aber ebenfalls zum zweiten Sieg. Es dauerte bis zur 41. Minute, ehe Lisa Nolte die erlösende Führung markierte. Der HTHC kämpfte aber unermüdlich gegen das Ausscheiden und musste sich erst in den Schlussminuten final geschlagen geben, als Sara Strauß das umjubelte 2:0 ins leere HTHC-Tor erzielte. Im Halbfinale am kommenden Samstag kommt es nun zum Duell mit dem Club an der Alster.

Die anderen beiden Viertelfinals der Damen waren noch weniger etwas für schwache Nerven und wurden jeweils erst im Shootout entscheiden. Ganz dramatisch ging es am Wesselblek zu, wo Kölns Rebecca Grote als insgesamt 30. Penaltyschützin das 3:2 erzielte und ihren Rot-Weissen damit ein drittes Spiel bescherte. Dabei verwandelte Grote noch nicht einmal jenen Penalty, sondern wurde von UHC-Keeperin Noelle Rother beim Schussversuch gefoult, sodass das Schiedsrichtergespann auf Siebenmeter entschied. Diese Chance ließ sich die Stürmerin dann doch nicht mehr nehmen.

Herausragend im Shootout waren die Torfrauen Rother auf UHC-Seite und Nationalkeeperin Julia Sonntag bei Rot-Weiss Köln. Beide ließen sich von jeweils 15 auf ihr Gehäuse zu stürmenden Schützinnen nur zwei Mal überwinden. Beim 3:3 in der regulären Spielzeit hatten die Gäste schon nach acht Minuten durch Treffer von Katharina Reuten und Pia Maertens mit 2:0 geführt. „Wir hatten zu viele Schlecht-Performer im ersten Viertel auf dem Platz, da waren wir einfach zu schlecht“, nahm UHC-Coach Claas Henkel kein Blatt vor den Mund. „Echt erstaunlich, dass wir in eine 3:2-Führung kommen.“ Nicola Pluta verkürzte noch im ersten Durchgang auf 1:2, ehe ein Ecken-Doppelpack von Charlotte Stapenhorst und Emily Günther im dritten Viertel den UHC erstmals nach vorn brachte. Reuten glich mit einem sehenswerten Rückhandschuss aber in der 50. Minute zum 3:3 aus, sodass wie schon im ersten Vergleich das Penaltyschießen entscheiden musste.

„In der ersten Halbzeit müssen wir einfach klarer führen. Wir haben aber nach dem 2:3 eine geile Reaktion gezeigt und sind nochmal zurückgekommen“, resümierte Kölns Trainer Markus Lonnes und lobte: „Die Torhüterinnen haben das Penaltyschießen dominiert.“ Sein Gegenüber Claas Henkel meinte mit Blick auf Spiel drei: „Wir wissen, was wir zu tun haben. Wir haben es in der Hand, die Mädels wissen das, unsere Performance entscheidet. Wenn wir das auf die Platte kriegen, ist das der Weg ins Final Four.“

Ähnlich dramatisch lief das zweite Viertelfinale zwischen dem Mannheimer HC und Uhlenhorst Mülheim ab, was ebenfalls erst im Shootout entschieden wurde. Hier traf Nationalspielerin Maike Schaunig als insgesamt 19. Schützin zum umjubelten 2:1, was zugleich den 1:1-Ausgleich in der Serie bedeutete. Coach Daniel Kamphaus meinte: „Ich fühle mich jetzt relativ leer, saß Fingernägel-beißend auf der Bank. Ich bin mega happy, zwei so Spiele hintenrum so umzubiegen und das Entscheidungsspiel zu erzwingen.“

Im Gegensatz zu Spiel eins hatte Mannheim diesmal nicht klar geführt, sondern das Spiel ging hin und her. Stine Kurz brachte den MHC in Durchgang eins in Führung, Schaunig egalisierte im dritten Viertel. Verena Neumann legte wieder für den MHC vor, doch ähnlich wie vor einer Woche schlug Mülheim, diesmal in Person von Marie Hahn, in der Schlussphase zurück und sicherte sich erneut den Shootout. Nun wird sich am Sonntag entscheiden, ob der MHC sein Ticket für das Final Four auf eigener Anlage löst oder zuschauen muss.

Foto: HOCKEYLIGA e.V. / Dirk Markgraf