Ausblick auf das Herren-Halbfinale Köln gegen Berlin

07.05.21

,,Das Spielen mit den Rot- Weiss Jungs ist immer etwas Besonderes. Wir haben eine gute Truppe, die Tabelle sieht gut aus, es ist Zeit für den Titel!“ Die Aussage tätigte Rot-Weiss Nationalstürmer und Goalgetter Christopher Rühr im März vor dem Restart der Herren Hockey Bundesliga. Es folgten fünf, teils deutliche, Siege und nur ein Unentschieden beim Mannheimer HC, bevor sich das Team von Cheftrainer André Henning, im Playoff Viertelfinale, mit zwei am Ende souveränen Siegen gegen den Club an der Alster für das Final Four qualifizierte.

Es sieht so gut aus, wie lange nicht mehr für den insgesamt neunten (Feld-) Meistertitel und dem Ersten seit 2016.

Rot-Weiss Köln Final Four 2021 Kader
Mit Florian Adrians, Mats Grambusch, Tom Grambusch, Timur Oruz, Christopher Rühr, Florian Scholten und Moritz Trompertz sind diesmal noch sieben Spieler der damaligen Meistermannschaft dabei. Gerade Mats Grambusch (28 Jahre), Tom Grambusch (25), Oruz (26) und Rühr (27) haben sich in der Zwischenzeit allerdings von schon erfolgreichen Jungnationalspielern zu erfahrenen Stützen des DHB Teams, und von Rot-Weiss Köln, entwickelt. Mit dazu sehr jungen Spielern, wie dem erst 18 Jahre alten, frisch für die London-Pro-League-Reise des DHB nominierten, Antheus Barry, den Stürmern Elian Mazkour (20) und Thies Ole Prinz (22) oder Mittelfeldspieler Maximilian Siegburg (20) steht André Henning ein in Breite, sportlicher Klasse, Mischung an Erfahrung und Jugend außergewöhnlicher Kader zur Verfügung.

Dieser wurde im Sommer, nach einem Drittel dieser Marathonsaison, sogar noch mit dem belgischen Welttorhüter Vincent Vanasch (33) und dem niederländischen Eckenspezialisten Mink van der Weerden (32) verstärkt. ,,Wir haben ein breit aufgestelltes Team, wie wir es sehr lange nicht mehr hatten. Tolle Jugendspieler und super erfahrene Spieler, das ist total hilfreich“, lobt Kapitän Mats Grambusch den aktuellen Kader der KTHC-Herren und André Henning fügt hinzu: ,,Die Mischung, die Balance ist super. Das macht uns gerade extrem viel Freude und erzeugt auch sehr viel Spaß in der Mannschaft.“ Da aktuell alle Spieler fit sind, liegt es an Henning zu entscheiden, wer es nicht in den 17er Kader für das finale Wochenende schafft.

Laut Grambusch ist aber davon auszugehen, dass derselbe Kader spielen wird, der Duell zwei des Viertelfinals gegen den Club an der Alster siegreich bestritt. ,,Es wird in jedem Fall wahnsinnig bitter so vielen Spielern sagen zu müssen, dass es nicht für den Kader reicht. Es hätten viel mehr der Jungs verdient gehabt dabei zu sein, aber so ist es leider“, beschreibt Kölns Cheftrainer seine Qual der Wahl.

Halbfinalgegner Berliner HC
Das Halbfinale bestreiten die Kölner am Samstag um 16 Uhr gegen das Team von Cheftrainer Rein van Eijk, dem Berliner HC. Kölns Staffelgegner setzte sich zuletzt in zwei Spielen gegen den Staffelzweiten UHC Hamburg durch, was für André Henning aber wenig überraschend kam: ,,Der BHC hat sogar mehr Punkte in der Saison geholt als der UHC. Sie haben aktuell fünf Spieler, die bereits A-Kader gespielt haben oder spielen, sind taktisch extrem flexibel und spielen ein hochklassiges Hockey. Die beiden letzten Aufeinandertreffen gingen deutlich an uns, aber die Spiele waren enger.“

Was der Kölner Coach meint sind zwei 5:1-Siege, in Berlin im Oktober 2020 und am heimischen Olympiaweg Ende März dieses Jahres, als Rot-Weiss die Berliner, allerdings ohne Jonas Gomoll und Martin Häner, in Durchgang eins mit 4:0 überrumpelte. Eine weitere Begegnung beider Teams endete im Oktober 2019 in Köln mit 2:2. Beim deutschen Meister von 2012, der erst jetzt wieder in einem Feldhockey Final Four steht, stechen vor allem der Nationalspieler Paul Dösch (Abwehr), der langjährige Nationalspieler und Eckenspezialist (21 verwandelte Strafecken diese Saison) Martin Häner, Nationalstürmer und Ex-KTHC Spieler Jonas Gomoll und der Mittelfeld- wie Nationalspieler Martin Zwicker heraus.

Ausblick
,,Die Favoritenrolle für das Final Four nehmen wir gerne an. Das heißt, dass die anderen auch wissen welche Qualität wir haben. Berlin wird sich sicher etwas gegen uns einfallen lassen, aber insgesamt liegen sie uns“, beschreibt André Henning die Ausgangslage für sein Team. Rot-Weiss Köln war bereits ein Spieltag vor Schluss Meister der regulären Saison und musste nicht mal das Spiel in Nürnberg nachholen. Funktionierte schon der Angriff im Spätsommer/Herbst 2020 sehr gut, so kommt nun auch die Defensive dazu. Mit Comebacker Tom Grambusch in der Innenverteidigung haben die Domstädter in sechs Partien gerade einmal vier Gegentore kassiert.

Objektiv, und das bestätigten auch die anderen drei Cheftrainer der Final Four Teams in der offiziellen DHB Pressekonferenz am Montag, ist Köln der Favorit auf den Titel. ,,Ich freue mich sehr auf das Wochenende. Ich bin total heiß, endlich gibt es wieder mal etwas zu holen“, beschreibt Mats Grambusch seine Vorfreude auf das Finalturnier. In der Tat fanden die letzten K.O.-Spiele der Herren auf dem Feld bei der Europameisterschaft 2019 statt, für alle nicht Nationalspieler beim Final Four 2019. Davon, dass die Kölner das Halbfinale auf die leichte Schulter nehmen ist also nicht auszugehen. ,,Das Gute ist, dass man beim Final Four wenigstens nur einmal gegen Köln gewinnen muss“, beschreibt Berlins Trainer Rein van Eijk seine Hoffnung und sicherlich wird es der BHC den Rot-Weiss Herren auch alles andere als einfach machen.

Gegen die möglichen Finalgegner von Uhlenhorst Mülheim gewannen die KTHC-Herren diese Saison im September 2019 zu Hause mit 3:2 und verloren knapp ein Jahr später in Mülheim mit 1:3. Gegen den Mannheimer HC gab es im September 2019 in Mannheim ein 3:3, während man im Oktober 2020 in Köln 2:1 gewann und man sich am 18.April 2021 auf dem Finalplatz 1:1 trennte. Auch ein mögliches Finale verspricht also in jedem Fall jede Menge Spannung.

Final Four in Corona Zeiten
,,Sportlich macht ein Final Four ja nur Sinn, weil man dann 3000-5000 Zuschauer pro Tag generieren kann und der Hockeysport ganz anders im Fokus steht. Ich denke aber, dass sich das Final-Four-Gefühl auch ohne Fans einstellen wird, das haben auch die Viertelfinals gezeigt, bei denen man sehen konnte, wie intensiv und fokussiert die Spiele geführt wurden“, beschreibt André Henning seine Gefühlslage vor diesem Wochenende und KTHC Kapitän Mats Grambusch ergänzt: ,,Es ist richtig schade und traurig vor leeren Rängen zu spielen, wo sonst bis zu 5000 Hockeyfans da sind. Das ist schon richtig bitter, dennoch bleibt die Vorfreude sehr groß.“ Insgesamt überwiegt also die Dankbarkeit für die sportliche Chance, man kann und sollte an dieser Stelle dem DHB und besonders dem Mannheimer HC danken, dass alle Beteiligten dieses Event in dieser Zeit überhaupt so möglich machen.

Wann, wo und wie
Das Halbfinale findet am Samstag dem 8.Mai um 16 Uhr in Mannheim gegen den Berliner HC statt, zu sehen auf https://www.twitch.tv/trops4. Das Finale findet dann, hoffentlich mit den Kölnern, am Sonntag dem 9.Mai ebenfalls um 16 Uhr, gegen den Gewinner des anderen Halbfinals Uhlenhorst Mülheim gegen den Mannheimer HC, statt. Alle Spiele des gesamten Wochenendes, plus Interviews und Berichte rund um den Hockeyplatz, werden auf twitch gestreamt. Los geht es am Samstag um ca. 9 Uhr (Anstoß erstes Halbfinale Damen 10 Uhr), gesendet wird bis weit nach 21 Uhr. Die ganze Übertragung wird TV tauglich mit acht Kameras am Platz produziert, wodurch auch ein Videobeweis möglich sein wird.

Twitch.tv kann man ganz normal über alle gängigen Internetbrowser anwählen, bei vielen Smart TVs ist die App sogar bereits integriert. Sollte dies nicht der Fall sein, so kann man den Laptop oder Desktop PC per HDMI Kabel mit dem Fernseher verbinden. Natürlich kann man die Übertragungen auch per Smartphone oder Tablet verfolgen, hierfür empfiehlt sich das runterladen der kostenlosen App.

Darüber hinaus werden die Teams auf ihren Facebook und Instagram Accounts sicher vieles weitere von vor Ort hochladen. Dort sämtliche am Final Four beteiligte Teams zu abonnieren, wird sich sicher lohnen und man bekommt dann doch, auch vom heimischen Sofa, vieles aus Mannheim mit. Es ist also angerichtet für ein spannendes, wenn auch etwas anderes, Final Four Wochenende.

Text & Bild: Presseinformation Rot-Weiss Köln